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"Deutlicher Dämpfer": So teuer wird der Brexit für den deutschen Steuerzahler

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BREXIT
"Deutlicher Dämpfer": So teuer wird der Brexit für den deutschen Steuerzahler | getty
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  • Der anstehende Brexit trifft die deutsche Wirtschaft schon jetzt
  • Experten rechnen mit Milliardenkosten für Deutschland

Der Brexit könnte für den deutschen Steuerzahler teurer werden, als bisher gedacht. Die Kosten werden wohl in die Milliarden gehen.

In einer internen Vorlage, die dem "Spiegel“ vorliegt, warnen Beamte des Finanzministeriums: Nach einem Brexit steigt Deutschlands Anteil an der Wirtschaftskraft der Rest-EU auf 25 Prozent statt heute 21 Prozent.

Als Folge sei mit einer "Erhöhung des deutschen Anteils an der Finanzierung des EU-Haushalts um rund 4,5 Milliarden Euro jeweils für die Jahre 2019 und 2020“ zu rechnen.

Einsparungen im EU-Haushalt werden nötig

Die Annahmen beruhten auf dem aktuellen Finanzrahmen und beinhalteten „noch keine denkbaren Ausgleichsreaktionen“. Als Beispiel für solche führt das Papier künftige Beiträge Großbritanniens auf, die das Land zahlen muss, wenn es weiterhin Zugang zum Binnenmarkt behalten will.

Eine weitere Möglichkeit wären Einsparungen im EU-Haushalt.

Auch die deutsche Industrie leidet unter der Aussicht des Brexit. Die Forscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) erwarten in den kommenden Monaten ein schwächeres Wirtschaftswachstum.

Beide Institute haben ihre Wachstumsprognosen für 2017 nach unten korrigiert. Besonders ernüchternd ist die Prognose des DIW – sie geht von lediglich einem Prozent Wachstum aus.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher spricht laut „Handelsblatt“ von einem „deutlichen Dämpfer“.

Unsicherheit und offene Fragen

Der Grund für die pessimistische Prognose, sind die vielen offenen Fragen über den Brexit, die auf den Märkten zur Unsicherheit führen. Fratzscher warnt: „Das Brexit-Votum schafft Unsicherheit und wird weltweit viele Unternehmen veranlassen, Investitionen aufzuschieben.“

Die vielleicht wichtigste Unklarheit: Wie wird die deutsche Autoindustrie, für die Großbritannien der wichtigste Exportmarkt ist, den EU-Austritt der Briten verkraften?

Die EZB beurteilte die mittelfristigen Aussichten im Euroraum ebenfalls etwas pessimistischer. Für 2016 kalkuliert sie mit einem Zuwachs des BIP um 1,7 Prozent - 0,1 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Prognose vor drei Monaten. 2017 und auch 2018 werde es dann aber wohl genau umgekehrt sein: Statt der bisher angenommenen 1,7 dürften es noch 1,6 Prozent Plus werden.

Ein Grund laut EZB-Präsident Mario Draghi: das Votum der Briten zum Austritt aus der EU.

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