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Früherer CDU-Generalsekretär Geißler kritisiert "destruktive Haltung" der CSU

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HEINER GEISSLER
Früherer CDU-Generalsekretär Geißler kritisiert "destruktive Haltung" der CSU | Alex Domanski / Reuters
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Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hat der CSU im unionsinternen Streit über die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine zerstörerische Haltung vorgeworfen – und dabei ein äußerst anschauliches Bild bemüht.

"Der eine oder andere in der CSU-Führung hat ja Gebirgserfahrung“, sagte Geißler im Deutschlandfunk. "Wenn in einer Bergsteigergruppe von zehn Mann oder zehn Frauen zwei ständig jammern und sagen, wir schaffen den Aufstieg nicht, dann machen sie natürlich die ganze Bergtour kaputt.“

Mit solchen Leuten, die ständig sagen, wir schaffen es nicht, könne man keine Politik machen. Geißler sagte: "Wer ständig Angst hat und anderen Leuten Angst macht, der gerät leicht in Panik. Und wer sich in Panik befindet, der macht dann so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann.“

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Die CDU sei keine "Kapitulantenpartei"

Mit ständigen destruktiven Angriffen auf die Kanzlerin schade die CSU-Spitze der gesamten Union, sagte der einst als scharfer Kritiker linker Politik bekannt gewordene CDU-Politiker. Die CSU setze sich nicht mit der SPD auseinander, sondern konzentriere sich ausschließlich auf die Schwesterpartei und Merkel. "Das alles ist Wasser auf die Mühlen von Rechtsradikalen.“

Mit Blick auf die von CSU-Chef Horst Seehofer immer wieder scharf kritisierte "Wir schaffen das“-Äußerung Merkels im Zusammenhang mit der Bewältigung der Flüchtlingskrise sagte Geißler, die CDU sei schließlich "keine Kapitulantenpartei. Keine Partei, die erklärt, dass sie eine politische Herausforderung nicht schaffen kann.“

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Wenn jemand sage, er schaffe eine große Herausforderung nicht, "dann kapituliert er und er dankt eigentlich als politische Gestaltungskraft ab“. Damit meine er Seehofer und die CSU-Führung.

Geißler verurteilt persönliche Angriffe Seehofers scharf

Er habe sich in seiner Zeit als Generalsekretär von 1977 bis 1989 unter dem damaligen CDU-Chef Helmut Kohl mit dem politischen Gegner auseinandersetzt, sagte Geißler.

"Aber wir haben doch niemals die CSU, die Schwesterpartei, angegriffen. Vor allem nicht in der Form, wie die das machen.“ Auch zwischen Kohl und und dem damaligen CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß habe es heftige Auseinandersetzungen in der Sache gegeben.

Aber Strauß habe "nie, während die CDU Landtagswahlen durchführen musste, den Kanzler in der Öffentlichkeit persönlich angegriffen“. Solche Angriffe gebe es aber von der CSU nun auch vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin.

Die Abrechnung Geißlers kommt nachdem Seehofer und weitere hochrangige CSU-Politiker in den vergangenen Tagen, scharf in Richtung CDU geschossen hatten.

Seehofer soll Kanzlerin Merkel gar vom CSU-Parteitag im November ausgeladen haben.

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