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Zum ersten Mal in Deutschland: Totraser steht wegen Mordes vor Gericht

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AUTORENNEN
Unfall nach einem Autorennen in Hagen (Symbolfoto) | dpa
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  • Zwei Männer sollen sich im Februar ein Autorennen in der Berliner Innenstadt geliefert haben
  • Ein 69 Jahre alter Mann starb in seinem Auto, als er von einem der Raser gerammt wurde
  • Vor Gericht wird den beiden Fahrern nun Mord vorgeworfen

In einem Prozess um ein tödliches Autorennen zeigt die Staatsanwaltschaft eine in Deutschland bislang unbekannte Härte. Zwei Männer, die sich am 1. Februar in der Berliner Innenstadt ein illegales Rennen geliefert haben sollen, sitzen seit Donnerstag wegen Mordes auf der Anklagebank des Berliner Landgerichts.

Schon oft kam es in ähnlichen Fällen zu Anklagen von fahrlässiger Tötung. Der Vorwurf des Mordes ist allerdings neu. Die Strafverteidiger sehen den Vorwurf deshalb auch als nicht erfülllt an.

Mit 160 Kilometern pro Stunde sollen die Angeklagten durch die Innenstadt gerast sein und rote Ampeln überfahren haben, bis einer der beiden Raser einen Jeep gerammt haben soll. Der 69 Jahre alte Fahrer des Geländewagens starb noch am Unfallort.

Raser handelten "aus niedrigen Beweggründen"

Die beiden Fahrer im Alter von 24 und 27 Jahren waren bereits mehrfach wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr aufgefallen. Tatsächlich wurden auch illegale Rennen bislang als Ordnungswidrigkeit und nicht als Straftat eingestuft. Jetzt aber müssen sich die beiden Männer wegen Mordes verantworten.

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Die Staatsanwaltschaft begründet das damit, dass sie gemeingefährliche Mittel eingesetzt und aus niedrigen Beweggründen gehandelt hätten, um das Rennen zu gewinnen.

Die tödlichen Folgen hätten sie für die Selbstbestätigung billigend in Kauf genommen.

Elf Verhandlungstage sind vorgesehen

Vor Gericht schweigen die Angeklagten bislang. Wie die Bild-Zeitung berichtet, beschweren sich die Verteidiger allerdings über die Anklage. Einer der Anwälte habe demnach betont, dass es sich aus seiner Sicht rechtlich nur um eine „übermäßige Straßennutzung“ und deshalb um eine Ordnungswidrigkeit handle.

Für den Mordprozess sind bislang elf Verhandlungstage vorgesehen und soll voraussichtlich noch bis Mitte November andauern.

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Mit Material der dpa.

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