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Lehrerin beklagt "Verrohung der Schüler" - und die Ignoranz der Politik

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Lehrerin beklagt "Verrohung der Schüler" - und die Ignoranz der Politik | Jupiterimages via Getty Images
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  • Der Bayerische Lehrerverband beklagt die aggressive Sprache in deutschen Klassenzimmern
  • Ilka Hoffmann von der GEW teilt diese Sorge
  • Sie sieht eine "Verrohung" der Schüler - an der besonders der Rassismus in der Gesellschaft Schuld sei

In den Klassenzimmern Deutschlands verbreitet sich zunehmend eine aggressive, hasserfüllte Sprache. Das beklagt zumindest der Bayerischen Lehrerverbandes BLLV. Auch vor zunehmender Gewalt auf dem Schulhof warnt der Verband – und sieht die Schuld auch bei der Politik.

Ilka Hoffmann, Leiterin des OB Schule bei der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft teilt diese Einschätzung. Der Huffington Post sagte die Lehrerin: "Die von Lehrkräften beklagte Verrohung der Sprache auf Pausenhöfen hängt mit einem allgemeinen gesellschaftlichen Klima zusammen. So erlangen rechtspopulistische Ansichten und Gruppen eine immer größere Verbreitung.“

Hoffmann sagte: „Die Rechtspopulisten verrohen so auch die Sprache der Schüler.“ Sie stachelten die Ängste vor Fremden an, auch bei den Schülern.

Damit unterstreicht Hoffmann noch einmal, was auch der Deutsche Lehrerverband beobachtet hatte. "Sie hören heute schon von Acht- oder Neunjährigen Begriffe wie 'Hure', 'Spasti', 'Asylant'", sagte etwa Verbandspräsident Josef Kraus.

Mangelnde Unterstützung aus der Politik

Für Hoffmann ist diese Radikalisierung des Tonfalls die Konsequenz eines sich ausbreitenden Fremdenhasses. Im Gespräch mit der HuffPost sagte sie: „Viele Menschen in Deutschland schämen sich nicht mehr für ihren Rassismus - das ‚Das wird man wohl noch sagen dürfen’ geht bis tief in die bürgerlichen Schichten.“

Das präge auch den Umgang der Jugendlichen untereinander. Die Spaltung der Gesellschaft zeige sich so auch in den Schulen.

Der Einschätzung der Lehrerin zufolge, helfe da nur „ein großes Augenmerk auf das Schul- und Klassenklima zu haben und dafür Zeit und Mühe zu verwenden.“

Dort liege aber eines der großen Probleme. Hoffmann beklagte: „Wir haben für die Probleme von heute die finanziellen und personellen Mittel von vorgestern. Schulpsychologen haben Tausende Kinder zu betreuen. Die Lehrkräfte bekommen kaum zusätzliche Unterstützung, wenn es Konflikte in der Klasse gibt und es zu rassistischen Vorfällen kommt, zu ethnischen Konflikten und sexistischen Übergriffen."

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