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Seehofer lädt Merkel vom CSU-Parteitag aus: "Wäre nicht in deinem Interesse, wenn du kommst"

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  • Horst Seehofer soll Merkel in einem Telefonat vom CSU-Parteitag ausgeladen haben
  • Der unionsinterne Streit könnte seinen Höhepunkt erreicht haben
  • Seehofer denkt offenbar auch darüber nach, den CDU-Parteitag zu boykottieren

Der Streit innerhalb der Union spitzt sich zu. Auch wenn CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer versucht, die Wogen zu glätten, brodelt es hinter den Kulissen zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem CSU-Chef Horst Seehofer.

Wie der "Focus“ berichtet, lud Seehofer Merkel nun sogar vom CSU-Parteitag im November aus. Am Telefon soll der bayrische Ministerpräsident Merkel laut "Bild" bereits am 28. August gesagt haben, es sei weder "in deinem, noch in meinem Interesse, wenn Du als Kanzlerin auf dem CSU-Parteitag erscheinst“. Dafür sei es "zu früh“.

Die Stimmung des Telefonats sei "frostig" gewesen, berichtet die "Bild"-Zeitung.

Im vergangenen Jahr war es beim CSU-Parteitag bereits zum Eklat zwischen den Unions-Spitzen gekommen. Vor dem CSU-Publikum hatte Seehofer Merkel damals zurecht gewiesen - und Applaus geerntet.

Spätestens seitdem ist die Stimmung zwischen CDU und CSU angespannt. Jetzt entbrennt der Streit um den Kurs in der Flüchtlingspolitik erneut.

"Die Menschen wollen das nicht" gegen "Wir schaffen das"

Nach der Wahlschlappe der CDU in Mecklenburg-Vorpommern hatte Seehofer in der "Süddeutschen Zeitung“ gesagt, die Lage der Situation sei "höchst bedrohlich", die Menschen wollten "diese Berliner Politik nicht".

Hochrangige CSU-Politiker fordern schon lange eine Obergrenze bei der Flüchtlingszuwanderung, Merkel dagegen bekräftigte ihren Kurs bei ihrer Sommerpressekonferenz mit ihren umstrittenen Worten "Wir schaffen das“.

Auch der CDU-Parteitag könnte zum Schauplatz dieses Konfliktes werden. Ob Horst Seehofer erscheint oder nicht. Im „Spiegel“ drohte er nämlich jetzt, diesen zu boykottieren, wenn es nicht zu einer Übereinkunft der Parteien kommt. "Ohne einen Konsens wäre mein Auftritt nur ein Medienspektakel", sagte Seehofer.

Scheuer nennt die Berichte "Quatsch"

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer versucht indes zu beruhigen. Bei der Klausur des CSU-Vorstands im oberpfälzischen Schwarzenfeld sagte Scheuer zu dem Bericht, Merkel sei ausgeladen worden nur: "Quatsch.“

Von Einigkeit ist die Union dieser Tage dennoch weit entfernt. Am Ende könnte es beim internen Krach der Konservativen gar um eine erneute Kanzlerschaft Merkels gehen.

Noch hat sich die CSU nicht dazu geäußert, ob sie ein erneutes Antreten Merkels unterstützen wird. Tut sie das nicht, ist das wohl der endgültige Bruch zwischen CDU und CSU.

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