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15 Dinge, die nur Polen in Deutschland verstehen

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Jahrzehntelang galten die Polen in Deutschland als die "unsichtbaren Migranten". Dabei stellen sie nach den Türken die zweitgrößte Einwanderergruppe in der Bundesrepublik: 1,25 Millionen Menschen in Deutschland sind in Polen geboren, weitere 1,6 Millionen haben einen polnischen Migrationshintergrund.

Doch in den vergangenen Jahren hat sich nicht nur Polen verändert. Auch die Menschen mit polnischem Wurzeln in Deutschland entwickeln ein neues Selbstbewusstsein. Das sieht man nicht nur an den polnischen Restaurants und Delikatessenläden, die es längst nicht mehr nur in Berlin-Wedding, sondern auch in Städten in ganz Deutschland gibt.


Besonders die Jüngeren bekennen sich heute offensiv zu ihren kulturellen Wurzeln. Das fördert letztlich auch die deutsch-polnische Freundschaft: Weil beide Völker sich so einander besser kennenlernen können.

Lukas Podolski etwa hat durch seine polnischen Tweets und Facebook-Einträge womöglich mehr für ein gutes Nachbarschaftsverhältnis getan als manch ein Politiker.

Hier sind 15 Dinge, die man nur kennt, wenn man polnische Wurzeln hat - aber die wir alle kennen sollten:

1. Deine Eltern werden im Spätsommer zu Jägern und Sammlern.

Sie kennen den Unterschied zwischen Schwamm und Lamellen, und wissen auf Wiesen und in Wäldern, wonach sie zu suchen haben. Kaum ein Volk hat so großen Spaß am Pilzesammeln wie die Polen.

pilze

2. Fortschritt ist fĂĽr dich, dass man Tyskie und Zywiec nun auch problemlos in Deutschland bekommen kann.

Ehrlich gesagt war es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Deutschen auf den Geschmack kommen. Und die Hipster in den deutschen Großstädten lieben polnisches Bier.

3. Dein Vater ist ein Reparaturgenie.

Im Kommunismus war das Material knapp. In Kombination mit der traditionellen polnischen Improvisationskunst hat sich daraus eine spezielle Form der handwerklichen Hochkultur entwickelt. Polnische Väter darf man sich ein wenig wie MacGyver vorstellen.

4. Du weiĂźt, dass Polnisch eine Weltsprache ist.

Egal, wo du hinkommst: Irgendwer ist schon da, der deine Sprache spricht. Was nicht zuletzt daran liegt, dass es so viele polnische Auswanderer gibt.

5. Bis vor einiger Zeit hast du mindestens einem deiner deutschen Freunde mal erklären müssen, wer Steffen Möller ist.

In Polen kennt ihn fast jeder. In Deutschland war das bis zu seinen Bucherfolgen ("Viva Polonia") nicht so.

6. Wenn's um Sport geht, sind die Sympathien klar verteilt.

Zum GenieĂźen.

7. Dein Klassenlehrer ist beim Vorlesen deines Namens regelmäßig ins Stottern geraten

Nicht jeder weiß, wie schön Kombinationen aus "rz", "cz" und "sz" klingen können, wenn man sie richtig ausspricht.

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8. Die Sache mit dem Namenstag kapiert in Deutschland kaum jemand.

Dabei weiĂź jedes polnische Kind, wann es sich ein zweites Mal im Jahr feiern lassen darf.

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9. Wodka-O ist fĂĽr dich Rohstoffverschwendung.

Das gute Wässerchen trinkt man pur.

10. Du kennst Lolek und Bolek nicht nur von Hipster-T-Shirts.

Die beiden waren in Polen ungefähr das, was den Deutschen die Geschichten vom "Maulwurf" in der "Sendung mit der Maus" waren. Naja, außer, dass der Maulwurf im Original "Krtek" hieß und aus Tschechien kam.

11. Du hast "Noch ist Polen nicht verloren" fĂĽr einen Nazi-Spruch gehalten.

So wie deine linken Klassenkameraden. Kann auch nicht jeder wissen, dass das die erste Zeile der polnische Nationalhymne ist.

12. Hustensaft besteht fĂĽr dich aus Zwiebeln und Kandiszucker.

Ein bewährtes polnisches Hausmittel, besonders, wenn Kinder krank werden. Kann man auch mit Honig machen. Geruchsmäßig nicht unbedingt gesellschaftsfähig, schmeckt aber super und ist garantiert frei von Chemie.

13. FĂĽr die einen ist es vergorener Roggenschrot. FĂĽr dich die leckerste Suppe der Welt.

Im Ernst: Es gibt in ganz Europa kaum etwas so Außergewöhnliches und Gutes wie einen Teller Zurek. Aber bitte mit hartgekochtem Ei!

Hier geht es zum Rezept.

14. Du merkst erst, wie groĂź der KĂĽhlschrank deiner Oma ist, wenn du deine Oma besuchst.

Und wenn du in Deutschland Vegetarier geworden bist, geht es dir wie der Cousine von Carolin Kebekus. Aber sieh selbst:

15. Immer wenn du nach Polen fährst, kommst du mit einer Extra-Tragetüte zurück.

Und darin ist dein Jahresvorrat an Schokoriegeln. Nichts geht ĂĽber Prince Polo.

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(lk)