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Als die Eltern ihr Baby verloren, zeichnete der Vater dieses überwältigende Bild

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So viele werdende Eltern müssen mit diesem Schicksalsschlag fertig werden - und niemand spricht darüber: eine Fehlgeburt. Die Betroffenen fühlen sich oft allein gelassen und wissen nicht, wie sie mit der Trauer umgehen oder sie öffentlich ansprechen sollen.

Der Fotograf und Illustrator Curtis Wiklund aus dem US-Bundesstaat Michigan fand seinen eigenen Weg, dieses traumatische und tieftraurige Erlebnis zu verarbeiten, nachdem er und seine Frau ihr Baby verloren hatten.

Er zeichnete ein überwältigendes Bild, das ihn zusammen mit seiner Frau weinend im Auto zeigt, nachdem sie die Diagnose der Fehlgeburt erhielten.


Curtis Wiklund ist eigentlich dafür bekannt, auf Instagram und Facebook eher fröhliche Zeichnungen zu veröffentlichen, die die schönen Momente seines Familienlebens zeigen.

In diesem Sommer wurde seine Frau Jordin Wiklund erneut schwanger. Ihre Söhne Casen (3) und Hayden (1) hätten noch ein Geschwisterchen bekommen. Doch während der Ultraschalluntersuchung in der neunten Woche musste der Arzt den beiden mitteilen, dass das Baby nicht mehr wachsen würde und kein Herzschlag zu hören sei.

Curtis und Jordin Wiklund verloren ihr drittes Baby

Curtis Wiklund sagte der Huffington Post: "Jordin versuchte, in der Praxis noch Haltung zu bewahren, aber sie wollte nur noch raus."

Dann setzen sich die beiden zusammen in eines ihrer Autos - sie waren mit zwei verschiedenen Autos zum Arzttermin gefahren - und versuchten, mit dieser niederschmetternden Diagnose fertig zu werden. "Wir haben eine halbe Stunde geweint. Dann ließen wir das andere Auto am Parkplatz stehen und fuhren nach Hause."

Auch zu Hause waren sie immer noch von der Trauer überwältigt und weinten. Schließlich setzte sich Curtis Wiklund an seinen Tisch und zeichnete die Szene der beiden im Auto. Das half ihm - und er hatte das Gefühl, dass er diese Erfahrung mit seinen Lesern teilen musste.

Miscarriage. close-up (wide shot in profile)

Ein von Curtis Wiklund (@curtiswiklund) gepostetes Foto am


Seine Frau wollte dieses traumatische Erlebnis eigentlich nicht mit der Öffentlichkeit teilen, gab aber schließlich nach längerem Überlegen doch ihren Segen.

Curtis Wiklund veröffentlichte das Bild auf Facebook und Instagram - und viele Menschen, die eine Fehlgeburt erleben mussten, nahmen mit der Familie Kontakt auf und berichteten von ihrer Trauer.

Jordin Wiklund half es, mit anderen Betroffenen darüber zu sprechen

Jordin Wiklund sagte der Huffington Post: "Nach der Fehlgeburt hat es mir wirklich geholfen, dass Freunde zu mir kamen und mir von ihren Fehlgeburten erzählten. Sie konnten verstehen, was ich durchmachte."

Sie fühlt sich jetzt besser damit, dass das Bild veröffentlicht wurde: "Eine Fehlgeburt ist eine sehr einsame Erfahrung und wenn Curtis' Bild anderen helfen kann, sie zu trösten, wie ich von meinen Freunden getröstet wurde, dann war es das wert, es zu teilen."

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