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AfD in Niedersachsen sieht sich massiv behindert

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In Hannover sei jedes dritte AfD-Wahlplakat geklaut worden sein | Sean Gallup via Getty Images
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  • In Niedersachsen ist es zu Störungen bei AfD-Wahlveranstaltungen gekommen
  • Unter anderem wurde der stellvertretende AfD-Parteivorsitzende Alexander Gauland beworfen
  • In Hannover wurden laut der AfD 1000 Wahlplakate geklaut

Die AfD fühlt sich von ihren politischen Gegnern im niedersächsischen Kommunalwahlkampf massiv behindert. So wurde bei einer Kundgebung in Lingen am Mittwoch die AfD-Bühne mit farbgefüllten Ballons und einem Ei beworfen, wie die Polizei mitteilte.

"Ich bin nicht bereit, meine Gesundheit zu riskieren", sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Gauland am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

An einer Wahlkampfveranstaltung an diesem Freitag in Northeim werde er nur teilnehmen, wenn die Polizei bereit sei, linke Demonstranten auf Abstand zu halten.

Gauland: "Hartgekochtes Ei an meinem Auge vorbeigeflogen"

"In Lingen ist gestern ein hartgekochtes Ei dicht an meinem Auge vorbeigeflogen", sagte der 75-Jährige. Am Vortag sei er bereits bei einer öffentlichen Veranstaltung in Uelzen niedergebrüllt worden.

Die Polizei hatte aus Lingen weiter berichtet, die AfD-Kundgebung und eine DGB-Gegenveranstaltung hätten "einen weitgehend friedlichen Verlauf genommen". Die Redebeiträge der AfD-Funktionäre seien von "DGB-Mitgliedern, sonstigen Teilen des bürgerlichen Spektrums sowie einigen linken Gegendemonstranten, lautstark begleitet" worden.

Ei- und Farbballon-Würfe hätten die AfD-Funktionäre verfehlt. Ein Polizist sei leicht verletzt worden, als er einen linken Demonstranten gehindert habe, zu den AfD-Mitgliedern zu gelangen.

1000 AfD-Wahlplakate gestohlen

In Hannover sieht sich die rechtspopulistische Partei zudem weiteren Schikanen ausgesetzt. Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ) berichtet, wurden nach Angaben der AfD in Hannover ein Drittel der Wahlplakate gestohlen.

Mindestens 1000 von insgesamt 3000 Wahlplakaten seien demnach bereits verloren gegangen. "Das waren generalstabsmäßig geplante Aktionen", zitiert die "HAZ" Hannovers AfD-Chef Jörn König. Die Partei wollen Strafanzeige gegen vier Personen im Stadtgebiet stellen. Im Umland habe man bereits vier Personen angezeigt.

Zudem zeigte die Partei einen Grünen-Politiker an. Der Landespolitiker Ottmar von Holtz wird beschuldigt, einen AfD-Vertreter am City-Wahlstand der Partei beleidigt zu haben.

Zugleich nutzt die AfD Anfeindungen geschickt für Werbezwecke. Auf einem Plakaten in Berlin heißt es: "Weil wir für euch sind, sind sie gegen uns."

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