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TV-Duell in Berlin: Über diesen Satz des AfD-Kandidaten Pazderski lachte das Studio

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AFD BERLIN
AfD-Kandidat Georg Pazderski beim TV-Duell in Berlin | RBB Screenshot
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  • Am 18. September findet in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus statt
  • Der Sender RBB lud die fünf Spitzenkandidaten zu einem TV-Duell
  • Dabei knallte es zwischen Bürgermeister Müller und dem AfD-Vertreter

In Berlin wird am 18. September das Abgeordnetenhaus neu gewählt. Nach dem Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern gilt die Wahl als erneuter Gradmesser für die Stimmung gegenüber der CDU. In der Hauptstadt werden ein neuerliches Desaster für die Christdemokraten und ein Erfolg für die AfD erwartet.

Mit Spannung wurde daher das gestrige TV-Duell erwartet. Der Sender RBB lud die Spitzenkandidaten von fünf Parteien zu einem Gespräch ein - darunter auch den Vertreter der AfD, Georg Pazderski. Mit ihm gerieten die anderen Gäste vor allem beim Thema Flüchtlinge aneinander.

Integration spielt für Pazderski keine Rolle

Als er gefragt wurde, wie er Flüchtlinge in Berlin integrieren wolle, sagte Pazderski. "Wir müssen diese Menschen darauf vorbereiten, unser Land wieder zu verlassen". Mit anderen Worten: Integration spielt für ihn keine Rolle.

Das gelte auch, wenn die Menschen sieben oder acht Jahre bleiben. Die anderen Gäste fragten erstaunt nach, ob er wirklich keine Integrationsmaßnahmen wolle, selbst wenn für Migranten ein Bleiberecht für mehrere Jahre ausgesprochen wird?

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Das will er tatsächlich. "Wir können doch nicht sagen, die Leuten können hierbleiben", so Pazderski. Die anderen fragen dazwischen, vor allem SPD-Bürgermeister Michael Müller. Da platzt dem AfD-Kandidaten der Kragen: "Lassen Sie mich doch mal ausreden!", ruft er Müller zu.

"Sie reden mir dauernd dazwischen"

Warum er immer auf die angeblich Kriminalität von Migranten hinweist, wird er gefragt - obwohl Statistiken doch zeigen, dass sie nicht krimineller sind als andere Menschen. Pazderski hat eine verblüffende Antwort.

Es komme nicht auf Statistik an, sondern auf das "Gefühl" der Bürger. "Das, was man fühlt, ist auch Realität". Das Studio lacht, Pazderski blickt irritiert in die Runde. Er wolle die Sorgen der Bürger ernst nehmen, verteidigt er sich.

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Statt über Integration will Pazderski über "unkontrollierte Zuwanderung" und "Wirtschaftsflüchtlinge" sprechen, die anderen Debattenteilnehmer allerdings nicht.

Auch bei eigentlich harmlosen Themen wie Wohnungsbau gingen die Meinungen zwischen dem AfD-Mann und den anderen Debattenteilnehmern spürbar auseinander. Zuletzt bot Pazderski allerdings eine "konstruktive Mitarbeit" beim nächsten Berliner Senat an, sollte seine Partei eine ausreichende Mehrheit erhalten.

Vor allem CDU-Innensenator Frank Henkel wies eine Kooperation mit deutlichen Worten zurück. "Mit der AfD wird es keine Zusammenarbeit geben", sagt er kategorisch.

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(cho)