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OECD sieht Fortschritte bei Flüchtlings-Integration in Deutschland

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OECD lobt Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Im Rahmen einer europaweiten Untersuchung von OECD und Europäischer Kommission schneidet Deutschland bei der Flüchtlingsintegration gut ab
  • Die OECD erklärt, Deutschland habe "erhebliche Fortschritte" bei der Sprachvermittlung gemacht
  • Die Integration in den Arbeitsmarkt könne Deutschland deshalb besser und schneller hinbekommen als andere Länder

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist in Deutschland nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf einem guten Weg.

Die OECD stellte am Mittwoch eine Vergleichsstudie vor, die gezeigt habe, dass Deutschland aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und nun den richtigen Weg eingeschlagen habe.

Flüchtlingskrise als Chance

"Die Flüchtlingskrise wird als Chance genutzt, das Integrationssystem erheblich zu verbessern", sagte Thomas Liebig, Arbeitsmarktexperte der OECD bei der Vorstellung der Studie.

Die europaweite Untersuchung von OECD und Europäischer Kommission bezieht sich im wesentlichen auf das Jahr 2014, gibt aber nach den Worten Liebigs viele Hinweise für die Lage nach dem Andrang von rund einer Million Flüchtlinge im Vorjahr.

"Erhebliche Fortschritte" bei der Sprachvermittlung

Demnach habe Deutschland "erhebliche Fortschritte" bei der Sprachvermittlung gemacht, die entscheidend für die Arbeitsmarkt-Integration sei.

Während vor zwei Jahren der Anteil der Flüchtlinge, die hierzulande nach zehn Jahren Deutsch auf dem fortgeschrittenen B1-Niveau sprachen, bei nur gut 40 Prozent lag, werde nun dafür gesorgt, dass schon etwa 60 Prozent der Geflüchteten die Landessprache schnell auf B1-Niveau beherrschen.

Integration in den Arbeitsmarkt braucht viel Zeit und Geld

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) rechnet dennoch nur längerfristig mit spürbaren Erfolgen bei der Job-Integration von Flüchtlingen. Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im August 153.000 Geflüchtete als arbeitslos registriert - 13.000 mehr als im Juli.

Zusammen mit den rund 193.000 Asylsuchenden, die in Integrations- und Berufseingliederungskursen auf Alltag und Arbeitsleben in Deutschland vorbereitet werden, beläuft sich die Zahl der arbeitsuchenden Flüchtlinge damit auf 346.000. Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, zeigt sich zwar grundsätzlich optimistisch, betont aber auch, dass die Integration in den Arbeitsmarkt viel Geld kosten und lange dauern werde.

Eine Gesamtbilanz, ob es sich die Aufnahme der Flüchtlinge auch für den deutschen Arbeitsmarkt gelohnt habe, werde erst in einigen Jahren vorliegen.

Deutschland steht besser da als früher

Die OECD sieht aber gute Gründe für die Hoffnung, dass Deutschland die Job-Integration besser und schneller hinbekommt als früher - und auch als andere Länder.

Zu diesen Gründen gehören die sehr gute Lage am Arbeitsmarkt, die Verbesserungen der Integrationspolitik an wichtigen Stellschrauben, eine frühzeitige Erfassung von Kompetenzen und niedrigere Verwaltungshürden bei fehlenden Dokumenten oder schwer nachweisbaren Qualifikationen.

Früher habe es 15 bis 20 Jahre gedauert, ehe Flüchtlinge bei der Beschäftigungsquote auf Inländer-Niveau waren. Nun seien die von der BA erwarteten fünf bis sechs Jahre realistisch, sagte Liebig.

Einen Kritikpunkt hat die OECD dann aber doch: Hoch qualifizierte Flüchtlinge haben in Deutschland vergleichsweise große Probleme, ihre Fähigkeiten im Arbeitsmarkt anzubringen. Sie sind für ihre Jobs oft überqualifiziert.

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