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Netflix lässt seine Angestellten machen, was sie wollen - das sind die Folgen

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Netflix lässt seine Angestellten machen, was sie wollen - das sind die Folgen | Fred Prouser / Reuters
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Gute Bezahlung, fast keine Regeln und Urlaub, so viel man will: Das klingt nach einem Paradies für Arbeitnehmer.

Doch wie soll ein Unternehmen überleben, dass seinen Mitarbeitern solche Freiräume lässt? Schreibt es nicht zwangsläufig rote Zahlen?

Nein, beweist der erfolgreiche Streamingdienst-Anbieter Netflix. Das Unternehmen hat es zu seiner Philosophie gemacht, dass Mitarbeiter so viel Freiheit wie möglich bekommen sollen, um sich kreativ entfalten zu können.

Netflix hat ein völlig neues Personalmanagement entwickelt

Dazu gehört, dass die Mitarbeiter sich so viel Urlaub nehmen können, wie sie wollen und die Tatsache, dass die finanziellen Ausgaben der Angestellten nicht kontrolliert werden. Damit hat Netflix ein beinahe revolutionäres Personalmanagement entwickelt, das sich vollkommen von der herkömmlichen Vorgehensweise unterscheidet, die Angestellten genau zu kontrollieren.

Wie oft sind sie im Büro und wie lange? Wie viel Geld geben sie auf Geschäftsreisen aus? Diese Fragen stellt Netflix nicht, der einzige Anspruch des Unternehmens ist: Seine Angestellten sollen im besten Interesse des Betriebes handeln - und sie müssen sehr gut sein. Die Verantwortlichen des Streamingdienstes machen auch kein Geheimnis daraus, dass sie diesen Anspruch knallhart durchsetzen.

Doch die Medaille hat zwei Seiten

In einem Interview des "National Public Radio" mit der ehemaligen Personalchefin Patty McCord brachte Journalist Steve Henn die Personalstrategie auf den Punkt: "Diesem Unternehmen ist es egal, wie oft du im Büro bist, aber es ist ihm wichtig, dass du lieferst. Und du musst liefern."

Denn wer nicht liefert, der wird gefeuert. Damit es nicht zu oft dazu kommt, gibt sich Netflix bei der Suche nach neuen Mitarbeitern große Mühe, die passenden Leute zu finden. McCord schreibt im "Harvard Business Review":

"Stelle nur wirklich erwachsen gewordene Menschen ein, belohne und toleriere sie - und nur sie. Das Beste, was du für deine Angestellten tun kannst, ist, nur die besten Leute einzustellen - das ist viel besser als Fußball und kostenloses Sushi. Exzellente Kollegen übertrumpfen alles andere."

Trotzdem würden die Angestellten das Unternehmen empfehlen

Trotzdem werden viele Leute gefeuert, wenn sie nicht mehr in das sich schnell ändernde Unternehmen passen. Manche sagen, bei Netflix würden viele Menschen ständig um ihren Job fürchten. Das Modell hat also durchaus für Angestellte seine Schattenseiten, denn damit bleibt die Frage: Traut man sich in so einem Fall, angemessen Urlaub zu nehmen?

Immerhin: 67 Prozent der Angestellten von Netflix würden das Unternehmen laut Bewertungsportal "Glassdoor“ einem Freund als Arbeitgeber empfehlen.

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(bp)