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Bayerns Innenminister Herrmann warnt vor Rocker-Kriminalität: "Mit aller Härte des Gesetzes zerschlagen"

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HERMANN
Bayerns Innenminister Herrmann warnt vor Rocker-Kriminalität | dpa/HuffPost
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  • Bayerns Innenminister Herrmann warnt vor der zunehmenden Rocker-Kriminalität
  • Auch in Deutschland fordern Rocker-Fehden immer wieder Todesopfer
  • Besonders brutal gehen Rocker-Gangs jedoch in Skandinavien vor

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann warnt vor den Gefahren durch die seit Jahren hohe und in manchen Teilen Deutschlands sogar zunehmende Rocker-Kriminalität.

"Wir nehmen die Bedrohung durch Organisierte Kriminalität und Rockerbanden sehr ernst“, sagte er der Huffington Post. Mord, Totschlag, Rauschgifthandel und Prostitution seien nur einige Schlagworte aus dem vielfältigen Deliktskatalog.

"Wir setzen alles daran, gefährliche Rockerstrukturen mit aller Härte des Gesetzes zu zerschlagen“, sagt der CSU-Politiker. Dazu gehörten auch regelmäßig Razzien an einschlägigen Treffpunkten und konsequente Ermittlungsmaßnahmen der Kriminalpolizei.

Herrmann: "Kriminelle Rocker haben in Bayern nichts zu suchen“

"Eine Besonderheit ist, dass das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz auch für die Beobachtung der Organisierten Kriminalität zuständig ist". So habe man "ein viel genaueres Bild von den Strukturen und können noch gezielter dagegen vorgehen“.

Aufgrund der großen Expertise nehme der bayerische Verfassungsschutz "innerhalb der Bundesrepublik eine Führungsrolle ein“.

Polizei und Verfassungsschutz in Bayern haben die Szene schon seit dem sogenannten Rockerkrieg in Skandinavien in den 1990er Jahren genau im Blick. Die derzeitige Situation im Rockermilieu in Bayern ist aber bei weitem nicht so schlimm wie in anderen Bundesländern wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder dem Großraum Berlin. "Kriminelle Rocker haben in Bayern nichts zu suchen“, sagt Herrmann.

Zuletzt sorgten mehrere Rocker-Morde in ganz Deutschland für Schlagzeilen, so etwa in Berlin. Mitunter erschossen Rocker Konkurrenten am helllichten Tag in aller Öffentlichkeit.

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So steht es um die Rocker-Gewalt in Skandinavien

Weit mehr Gewalttaten durch Rocker ereignen sich jedoch in Skandinavien. Dort gibt es regelmäßig Anschläge mit Kriegswaffen zwischen konkurrierenden Banden.

Erst am heutigen Mittwoch sorgte eine Meldung aus Dänemark für Aufregung: Zwei Männer sollen dort einen Rocker zerstückelt und die Leichenteile in großen blauen Ikea-Tüten weggeschafft haben. Das teilte die dänische Polizei mit.

Die Überreste des 25-Jährigen, der der Rockergruppe Satudarah angehört haben soll, wurden am Dienstag in einem Wald westlich der Hauptstadt Kopenhagen entdeckt. Kurz darauf wurden die beiden Männer festgenommen. Sie sitzen in Untersuchungshaft.

Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise von Bürgern, die die Männer mit den Tragetüten gesehen haben könnten. Der 25-Jährige galt bereits seit einer Woche als vermisst. Bevor er getötet wurde, soll der Rocker misshandelt worden sein.

Bei einer Explosion einer Handgranate wurde zuletzt bei einer Rocker-Fehde in Schweden ein Achtjähriger getötet. Der Junge hatte nur einen Freund besucht, dessen Vater einer Gang angehörte.

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(cho)