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Fast die Hälfte der Deutschen findet AfD-Erfolge gut - obwohl sie der Partei nichts zutrauen

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BUNDESTAG THUNDER
Allensbach-Studie: Die Deutschen sind zufrieden – aber voller Sorgen. | ullstein bild via Getty Images
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  • Obwohl es den Deutschen gut geht, ist die Stimmung so pessimistisch wie seit 2008 nicht mehr
  • Das ist das Ergebnis einer internen Allensbach-Studie im Auftrag der SPD
  • Die Zustimmung für die jüngsten AfD-Erfolge ist demnach hoch

Fast die Hälfte der Deutschen findet die jüngsten Erfolge der Alternative für Deutschland (AfD) gut. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Meinungsforschungsinstitut Allensbach im Auftrag der SPD, das der Nachrichtenseite "Spiegel Online" vorliegt.

Demnach gibt es eine breite Sympathie für Protest-Wähler: 46 Prozent der Befragten teilten die Einschätzung "Ich bin nicht für die AfD, aber ich finde es gut, dass die AfD bei den letzten Landtagswahlen so gut abgeschnitten hat. Damit haben die anderen Parteien wenigstens einen Denkzettel bekommen und wissen, dass sie sich um eine Lösung der Probleme bemühen müssen."

Dass die AfD Probleme lösen könnte, glauben nur wenige Befragte. Im Gegenteil: Die Lösung der Flüchtlingskrise trauen der AfD nur neun Prozent der Befragten zu. Damit landet die rechtspopulistische Partei sogar noch hinter der CDU (13 Prozent) auf Platz zwei, dahinter folgen mit acht Prozent die CSU und mit sechs Prozent die SPD.

Zuwanderung und Terror sorgt für Pessimismus

Generell kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass es den Deutschen blendend geht – wirtschaftlich. Trotzdem haben die Menschen hierzulande große Sorgen.

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"Die Stimmungslage der Bürger ist zurzeit von einer ungewöhnlichen Konstellation geprägt", zitiert "Spiegel Online" aus einer Präsentation zur Studie. Die ungewöhnliche Konstellation setze sich aus zwei wesentlichen Faktoren zusammen: materielle Zufriedenheit versus niedriger Zukunftsoptimismus.

Zuwanderung und Terror sorgt für Pessimismus

70 Prozent der Befragten gehe es "gut" oder sogar "sehr gut". Dennoch sehen nur 36 Prozent "dem kommenden Jahr mit Hoffnungen entgegen". Laut der Studie war die Stimmung der Deutschen seit 2008 nicht mehr so pessimistisch.

Die Gründe: der Flüchtlingsstrom, die Häufung von Terrorakten, internationale Krisen wie der Krieg in Syrien, die innere Sicherheit und die Veränderungen in der Gesellschaft.

Vor allem die Zuwanderung von Flüchtlingen macht den Menschen laut der Studie Sorgen. Die Hälfte der Befragten schätzt die Chancen, die Flüchtlinge in die deutsche Gesellschaft zu integrieren als "weniger gut" ein, nur 20 Prozent als "gut", ein Prozent als "sehr gut".

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Soziale Gerechtigkeit oberstes gesellschaftliches Zielt

Bei den wichtigsten gesellschaftlichen Zielen steht die soziale Gerechtigkeit an erster Stelle; 79 Prozent erachten sie als besonders wichtig. Chancengleichheit (67) und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen (64) folgen dahinter.

Die Integration von Ausländern landet nur an sechster Stelle der gesellschaftlichen Ziele. Dennoch: Der Bedeutungszuwachs ist enorm.

Bei der letzten Erhebung 2009 sahen nur 16 Prozent der Befragten die Integration von Ausländern als wichtiges Ziel an, nun sind es 31 Prozent.

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(lk)