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Dieses Restaurant serviert bestimmte Gerichte nur, wenn die Kunden ein ärztliches Attest vorweisen

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WHITE MOOSE
Dieses Restaurant serviert bestimmte Gerichte nur, wenn die Kunden ein ärztliches Attest vorweisen. | Facebook
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Der Besitzer des White Moose Cafés im irischen Dublin ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. So ärgerte er sich letzten Samstag so sehr über eine Kundin, dass er nun für bestimmte Gerichte ein ärztliches Attest sehen will.

Er schrieb auf Facebook:

"*Ärztliches Attest benötigt, um glutenfreies Essen zu bekommen*

Heute morgen hat ein Mädchen uns gefragt, ob wir glutenfreie Pancakes machen. Als wir sie fragten, ob sie an Zöliakie leidet, wusste sie nicht einmal, was das bedeutet. Schließlich bestellte sie einfach die normalen, glutenhaltigen Pancakes.

Von jetzt an verlangen wir von allen Gästen, die glutenfreies Essen bestellen wollen, ein ärztliches Attest, dass sie an Zöliakie leiden. Gäste, die dem glutenfreien Hype nacheifern, ohne zu wissen, was Gluten überhaupt ist, sollen mal runterkommen und das essen, was alle anderen auch essen."

Der Post erregte großes Aufsehen und erhielt mehr als 33.000 Likes. Aber viele Menschen waren auch über das Statement erzürnt. Ein Mann schrieb:

kommentar

"Meine Frau leidet an Zöliakie und deine Kommentare sind sehr beleidigend. Du weißt offensichtlich nichts über die Schwierigkeiten, die Menschen mit Zöliakie haben. Es ist ekelhaft, dass du darauf bestehst, dass sie ihre Krankheit beweisen muss. Man sollte dich der Behörde für Lebensmittelkontrolle melden."

Glutenfreies Essen ist umstritten

Zöliakie ist eine Autoimmunkrankheit, deren Betroffene kein glutenhaltiges Essen vertragen. Gluten ist das Klebeeiweiß in Getreide und damit in vielen Lebensmitteln wie Pizza, Nudeln, Brot oder eben Pancakes enthalten – was den an Zöliakie Erkrankten den Restaurantbesuch sehr schwer macht.

Nur wenige wussten überhaupt von der Existenz der eher seltenen Krankheit, bis immer mehr Prominente wie Miley Cyrus öffentlich verkündeten, auf Gluten verzichten zu wollen.

Damit wurde eine glutenfreie Diät auf einmal sehr beliebt, obwohl ihre Wirkung bei Menschen, die Gluten vertragen, mehr als umstritten ist. Deshalb stört der Hype um glutenfreies Essen viele Lebensmittelexperten - und eben auch Restaurantbesitzer.

Provokation als Marketing-Strategie des Cafés

Andere Facebook-User wiesen den Besitzer des White Moose jedoch darauf hin, dass manche Menschen, obwohl sie nicht an Zöliakie leiden, einfach kein Gluten vertragen. Das beeindruckte diesen aber überhaupt nicht - er beschimpfte die Kommentatoren mehr oder weniger als Heulsusen.

Ambivalente Facebook-Posts und beleidigende Kommentare gehören offenbar zur Marketing-Strategie des Cafés, denn erst vor einer Woche provozierte der Besitzer die Internet-Community mit folgendem Post:

Auf dem Bild ist der gekreuzigte Jesus zu sehen, dem in den Mund gelegt wird, dass er für die Fish & Chips des Cafés sterben und am Sonntag wieder auferstehen würde. Damit brachte das White Moose viele religiöse Menschen gegen sich auf.

Auch wenn der Besitzer sein Café so immer bekannter macht - ob seine Strategie dazu führt, dass mehr Gäste zu ihm kommen, ist fraglich.

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(tos)