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Ford: Italienischer Luxus mit Vignale

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Durch Signale veredelt: Ford Mondeo Vignale 2,0 I TDCi Bi-Turbo

Schon beim Einsteigen fällt auf, dass der Ford Mondeo Vignale 2,0 I TDCi Bi-Turbo mehr bietet als das, was sonst die Ford-Manufaktur verlässt. Die Ausstattungslinie Vignale macht durch handwerkliche Feinarbeit und eine hochwertige Materialauswahl aus dem Mondeo etwas Besonderes. Die Sportsitze und der Armaturenträger mit gestepptem Lederbezug und Handkanten-Nähten schaffen jene First-Class-Atmosphäre, wie sie in der Oberklasse üblich ist. Was man auch anfasst, wirkt hochwertig. Alle Teile sind haptisch auf hohem Niveau und auch im Detail perfekt verarbeitet. Alfredo Vignale, der 1913 in Turin geborene Carrossier-Großmeister und Begründer der Vignale-Manufaktur hätte seine Freude daran. Seine 1946 gegründete Firma arbeitete für Fiat, Ferrari, Lancia, Maserati, Alfa Romeo und auch für BMW. Seit 1970 hat Ford die Namensrechte an Vignale und verleiht diesen Schriftzug gehobenen Sondermodellen.

Jedes Fahrzeug, das im spanischen Werk vom Band rollt, wird im angegliederten Vignale-Center noch einmal von ausgewiesenen Handwerkern und Meistern ihres Faches finalisiert. Die Finish-Profis polieren den Lack, kontrollieren die Maserung des Leders und beseitigen auch kleinste Produktionsfehler. Dabei werden die Spaltmaße ebenso kontrolliert wie die Güte der Lackierung. Erst nach 100 zusätzlichen Tests wird das Fahrzeug freigegeben.

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Flüsternd unterwegs mit 210 PS

Der Premium-Anspruch wird auch beim Fahren spürbar. Der 2-Liter-Turbodiesel verteilt seine 210 PS und das satte Drehmoment von 450 Newtonmeter sehr flüssig über die Powershift-Automatik sowie das intelligente Allradsystem mit stufenloser Kraftverteilung zwischen reinem Vorderrad- oder Allradantrieb an die Räder. Was besonders auffällt: Der Vignale ist auch bei höheren Geschwindigkeiten ungewöhnlich leise. Dass Motor- und Fahrgeräusche auch bei Geschwindigkeiten über 200 km/h so zurückhaltend, ja ausgesprochen ruhig bleiben, ist einem aktiven Geräuschunterdrückungs-System zu verdanken, wie wir es von hochwertigen Kopfhörern kennen. Drei Mikrofone im Fahrgastraum analysieren die Geräuschkulisse, die mit entgegengesetzt schwingenden Klangwellen aus den Lautsprechern weitgehend neutralisiert wird. Das Ergebnis ist verblüffend angenehm.

Die Motor-Charakteristik harmoniert bestens mit der PowerShift-Automatik; sie schaltet ausgesprochen weich und reagiert blitzschnell auf das Gaspedal, wenn Zurückschalten gefordert ist. Sie sorgt auch für einen sparsamen Verbrauch, der bei unseren Testfahrten bei 6,8 Liter lag. Während früher Automatik-Getriebe oft für einen Mehrverbrauch sorgten, sind die intelligenten Schaltprogramme moderner Automaten auf effizientes Schalten ausgelegt. Das kommt natürlich dem Verbrauch zugute.

Für ein Fahrzeug der Oberklasse ist das Federungs- und Dämpfungsverhalten des Mondeo ein wenig zu sportlich ausgelegt. Wer sänftenartiges Gleiten erwartet, muss Abstriche hinnehmen. Uns gefällt von Haus aus eher ein straffes Fahrverhalten, weil es auch im Mondeo ein gutes Gefühl für die Straße vermittelt. Die präzise Lenkung sorgt in der Mittellage für einen zuverlässigen Geradeauslauf, die elektromechanische Servo-Unterstützung kommt beim Rangieren und Einparken wohltuend zur Geltung. Sie arbeitet geschwindigkeitsabhängig. Apropos Einparken: Das überlässt man besser dem aktiven Parkassistenten, der das Fahrzeug souverän in die ausreichend große Lücke steuert. Wie bei allen diesen Systemen muss die Lücke aber so groß sein, dass hier selbst ein Fahrschüler in der ersten Fahrstunde einparken könnte. Allein die serienmäßige Rückfahrkamera ist schon eine große Hilfe fürs Einparken.

Am Infotainment- und Navi-System wird gearbeitet

Selbstverständlich ist es heutzutage, dass auch Ford seinen Top-Mondeo - teilweise optional - mit einer Fülle von Assistenten ausrüstet: Die aktive Geschwindigkeitsregelung hält z. B. den Abstand zum Vordermann ein, der Pre-Collision-Assistent bremst bis 40 km/h auch für Fußgänger oder mildert einen Auffahrunfall deutlich. Die Verkehrszeichen-Erkennung signalisiert Tempo-Limits oder Überholverbote, der Fahrspurassistent greift sanft in die Lenkung ein, wenn der Fahrer unaufmerksam die Fahrspur verlässt. Müdigkeitswarner, Toter-Winkel-Assistent, Fernlicht-Assistent mit adaptiver LED-Technologie sorgen zusätzlich für Sicherheit.

Die Software für das Infotainment- und Navi-System SYNC2 des Testwagens ist allerdings nicht ganz auf der Höhe der Zeit, weshalb Ford bereits eine neue Version SYNC3 einbaut. Die nicht immer logische Menüführung und ein ziemlich unsensibles Touch-Display machen die Bedienung nicht leicht. Man muss schon energisch drücken, bis die Eingaben registriert werden. Immer wieder hat man dabei das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Wenn man sich länger damit beschäftigt hat, kommt man aber gut zurecht. Die ebenfalls über den Touchscreen bedienbare Sony-Anlage mit zwölf Lautsprechern klingt sehr transparent, bietet füllige Bässe und erfüllt somit auch hohe Ansprüche.

Vignale soll nicht nur für edle Materialien, modernste Technologien und hochwertige Verarbeitung stehen, sondern auch für besondere Dienstleistungen. Dazu gehören zum Beispiel ein besonderer Kundenbetreuer und die rund um die Uhr erreichbaren Ansprechpartner der kostenlosen Vignale-Hotline. Eine Service-Smartphone-App zeigt den Ort an, wo der Fahrer das Fahrzeug geparkt hat, welche Tankstelle in der Nähe ist und verbindet bei Bedarf mit der Hotline. Optional wird auch ein Abhol- und Bring-Service für Werkstattaufenthalte angeboten.

Fazit: Ford setzt mit der Vignale-Sonderausstattung nicht nur im Mondeo ein Premium-Signal, das aus sehr guter Verarbeitung guter Materialien, einer umfangreichen Grundausstattung und dem Wohlfühl-Ambiente der oberen Mittelklasse besteht.

Technische Daten Ford Mondeo Vignale 2,0 I TDCi Biturbo: Fünftüriger Kombi, Länge: 4,86 Meter, Breite: 1,85 Meter, Höhe: 1,50 Meter, Radstand: 2,85 Meter, Wendekreis: 11,9 Meter, Leergewicht: 1.600 Kilogramm, Gepäckraumvolumen: 500 - 1585 Liter, Tankinhalt: 62 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Diesel mit Turbolader, Hubraum 1997 ccm, Leistung: 210 PS bei 3750 U/min, max. Drehmoment: 450 Newtonmeter bei 1.750 - 3.000 U/min, 0 - 100 km/h: 8,1 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 228 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,8 Liter Diesel/100 km, CO2-Emission: 129 g/km, Euro 6, Grundpreis: 45.850 Euro, Testwagenpreis 50.185 Euro.