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Die Nasa legt spektakuläres Flugzeugprogramm wieder auf - so könnte es die Luftfahrt verändern

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SUPERSONIC X
Nasa startet sein X-Programm wieder. | Nasa
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Wenn die US-Raumfahrtbehörde Nasa experimentiert, ist das Ergebnis meist spektakulär. Das gilt insbesondere für die Experimentalflugzeuge mit der Bezeichnung “X”, deren Modelle seit den 1940er-Jahren immer wieder der Ausgangspunkt für neue und richtungsweisende Technologien waren.

Überschallflugzeuge, senkrecht startende Jets oder etwa Nuklearantriebe gingen aus dem legendären X-Programm hervor.

Nun verkündete die Nasa, dass sie die X-Ära um zehn Jahre fortsetzen möchte – und damit gleichzeitig eine neue Richtung einschlägt.

Ein neuer Horizont am Luftfahrt-Himmel

Denn im Fokus sollen weniger spektakuläre neue Technologien stehen, sondern vor allem drastische Verbesserungen der bestehenden: die Flugzeuge sollen sauberer, leiser und schneller werden.

Das neue Programm nennt sich deshalb New Aviation Horizons – es soll den Horizont der Luftfahrt erweitern.

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Versuchsflugzeuge mit modernster Technologie und revolutionären Designs, die wesentlich weniger Treibstoff verbrauchen und Emissionen abgeben, sind das Ziel.

Treibstoff sparen durch Leichtbau

Ein Schlüsselstein auf diesem Weg zum Horizont ist der Werkstoff CFK, ein durch Kohlefasern verstärkter Kunststoff. CFK ist extrem leicht und stabil und spielt in der Luftfahrt bereits eine entscheidende Rolle, denn jedes Kilo benötigt auch mehr Kerosin.

Einziger Haken: Der Leichtbaustoff kostet etwa das 30-fache im Vergleich zu herkömmlichem Stahl.

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Bis vor ein paar Jahren wurde nur wenig CFK bei den Airlinern verbaut. Inzwischen ist der neue Airbus A350 XWB aber zu 53 Prozent aus CFK gefertigt. Die Nasa möchte bei der Fertigung jetzt noch mehr Leichtbaumaterial einsetzen.

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Der erste Prototyp der neuen X-Reihe könnte ein Nurflügelflugzeug werden. Die Triebwerke liegen dabei auf der Oberseite des Rumpfes, wodurch der Lärm am Boden gemindert werden soll. Die Technik wurde in den vergangenen Jahren bereits in Computersimulationen und Windkanälen getestet.

Luftfahrtkonzerne sollten mit testen

Auch Überschallflugzeuge im Stil der legendären Concorde sind geplant – allerdings betrieben durch Biokraftstoff.

"Wir sind am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, mit der richtigen Technologie", sagte Jaiwon Shin, Leiter der Luftfahrtforschung bei der Raumfahrtbehörde. "Das volle Potenzial dieser Technologien kann allerdings nicht mit den Bug- und Flügelformen der heutigen Flugzeuge realisiert werden", erklärte er.

Deshalb sollen die großen US-Luftfahrtkonzerne wie Boeing und Lockheed Martin und Luftfahrtgesellschaften wie American Airlines direkt in die Tests mit einbezogen werden.

Gefährliche Tests

In der Vergangenheit verliefen solche Tests nicht immer glücklich. Seit dem Start des Programms 1946 kam es zu bislang 15 Unfällen, bei denen vier Piloten ums Leben kamen.

Drei der Todesfälle ereigneten sich allerdings während Tests mit dem Modell X2 zwischen 1952 und 1956. Seither wurden die Sicherheitsmaßnahmen noch verschärft.

Weißes Haus muss Budget noch absegnen

Denn oftmals waren die Prototypen zwar spektakulär, aber für die Serienproduktion ungeeignet. Nun soll die tatsächliche Nutzung und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen. Nach Berechnungen der Nasa könnte die Luftfahrt-Branche in den kommenden 25 Jahren 255 Milliarden Dollar Kosten durch die neuen Technologien einsparen.

"Dies wird eine aufregende Zeit für das gesamte Nasa-Team Luftfahrt und alle Luftfahrtkonzerne, die von den technologischen Fortschritten profitieren", sagte Shin. "Mit diesem 10-Jahres-Plan wollen wir die Transformation der Luftfahrt beschleunigen.”

Bleibt lediglich abzuwarten, ob die US-Regierung das Budget bewilligt. Diese Entscheidung soll Anfang Oktober fallen.

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