Huffpost Germany

Privatleben von Politikerinnen - diese Infografik mit Angela Merkel sorgt für Ärger in Großbritannien

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Die britische Zeitung "The Sunday Times" sieht sich mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert
  • Hintergrund ist ein Artikel über "kinderlose Politiker", in dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwähnt wird

Die britische Zeitung "The Sunday Times" erntet aktuell scharfe Kritik für einen Beitrag zum Thema "kinderlose Politiker". Denn: In dem Artikel werden lediglich Frauen genannt.

Diverse Politiker haben ihren Unmut über den Artikel geäußert – darunter auch einige der Frauen, die im Beitrag erwähnt wurden.

Der Artikel ist in einem Magazin veröffentlicht worden, das der Printausgabe der britischen Zeitung beiliegt.

sunday times

Unter den im Artikel erwähnten Politikerinnen waren unter anderem die britische Premierministerin Theresa May, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und mehrere britische Politikerinnen, wie die Chefin der Labour-Partei, Angela Eagle.

Neben der Liste der kinderlosen Politikerinnen veröffentlichte das Magazin einen exklusiven Ausschnitt aus dem neuen Buch der ersten Ministerin Schottlands, Nicola Sturgeon.

Darin beschreibt die Politikerin eine Fehlgeburt, die sie 2011 erlebte. Für ihre Offenheit hat Sturgeon viel Zuspruch bekommen.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Die Entscheidung der Zeitung, die Erfahrung Sturgeons in direkten Bezug zu anderen kinderlosen Frauen zu setzen, sorgte nun allerdings für Unmut.

Die schottische Politikerin Ruth Davidson, die selbst im Artikel genannt wurde, beschrieb den Beitrag auf Twitter als "komplett fehleingeschätzt" und "schrecklich".

Die Labour-Abgeordnete Stella Creasy warf der "Sunday Times" Sexismus vor. Die Zeitung propagiere "Gebärmutter vor Gehirn", schrieb sie auf Twitter.

Die frühere Grünen-Chefin Natalia Bennett, die ebenfalls selbst im Text genannt worden war, warf der Zeitung auf Twitter vor, "in den 1950ern" zu leben.

Mehrere Politiker kritisierten zudem, dass die Nachricht über Sturgeons Fehlgeburt als "quälendes Geheimnis" verkauft worden war.

"Manchmal habe ich das Gefühl, wir machen Schritte zurück und nicht nach vorn", kommentierte die ehemalige Verteidigungsministerin Anna Soubry den Beitrag.

Die "50:50"-Kampagne, die sich für eine gleichberechtigte Repräsentation der Geschlechter im schottischen Parlament einsetzt, veröffentlichte als Reaktion auf den "Times"-Artikel ein Bild kinderloser Politiker, das lediglich Männer zeigte.

Damit wolle man aufzeigen, dass das Privatleben von Politikerinnen - im Vergleich zu jenem der männlichen Kollegen - regelmäßig öffentlich auf den Prüfstand gestellt werde.

Gegenüber der Huffington Post UK wollte die "Sunday Times" keine Stellungnahme zu dem Vorfall abgeben.

Dieser Text erschien ursprünglich bei derHuffington Post UK und wurde von Catherina Kaiser aus dem Englischen übersetzt.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

Unterstütze sie jetzt bei dieser Arbeit und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

Syrer gegen Sexismus': Friedensdemo am Kölner Dom



(vr)