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HIV-Prophylaxe mit "Truvada" zugelassen - doch nicht jeder soll sie bekommen

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TRUVADA
"Truvada" ist als HIV-Prophylaxe in der EU zugelassen worden - doch nicht alle werden davon profitieren können | Kimberly White / Reuters
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  • "Truvada" als HIV-Prophylaxe in der EU zugelassen
  • Geld und Geschlecht - warum nicht alle von dem neuen Schutz profitieren
  • So wirkt das Medikament

Mit einer Tablette sich vor einer HIV-Infektion schützen: Bald ist eine solche Prophylaxe in der Europäischen Union möglich. Die EU-Kommission habe das Medikament "Truvada" hierfür zugelassen, bestätigte ein Sprecher in Brüssel. Jedoch stecken die Auflagen einen klaren Rahmen ab.

Für wen ist "Truvada" als Prophylaxe gedacht?

Als Anwender der Prophylaxe kommt nach Angaben der Deutschen Aids-Gesellschaft eine kleine Gruppe mit hohem Risiko infrage: Männer und Transgender, die auch ungeschützten Sex mit häufig wechselnden Männern haben, sowie Partner unbehandelter HIV-Infizierter.

Eine Abgabe auch an Prostituierte in Deutschland ist laut Aids-Hilfe derzeit noch nicht sinnvoll. "Unter anderem wirkt "Truvada" bei Männern anders als bei Frauen. Zur Schutzwirkung bei Frauen liegen noch nicht ausreichend Daten vor", erläuterte Holger Wicht, Sprecher der Deutschen Aids-Hilfe.

Trotzdem: Einige Aids-Experten setzen große Hoffnungen in das Präparat. Denn die tägliche Einnahme der Pille soll das Risiko senken, sich mit HIV zu infizieren.

Mehr zum Thema: Die Deutsche Aids-Hilfe berät Interessierte und Betroffene

Wie wirkt diese HIV-Prophylaxe?

Grundlage sind zwei Wirkstoffe in "Truvada", die die Virusvermehrung in den Zellen hemmen. So kann ein Einnisten des HI-Virus und damit eine Infektion verhindert werden. Voraussetzung: Die Tabletten wird regelmäßig einmal täglich eingenommen. Einer Studie zufolge wird dann eine Schutzwirkung von 86 Prozent erreicht, sagt Medizinerin Annette Haberl vom HIV-Center des Frankfurter Uniklinikums.

Das bedeutet, mit einer Pille ist es nicht getan: Auch nach der Medikamenten-Einnahme sollten man weiter auch ein Kondomen benutzen, um die Gefahr einer Ansteckung zu verhindern, betonte die Europäische Arzneimittelbehörde Ema. Diese hatte die Zulassung von "Truvada" als Prophylaxe-Medikament für Menschen mit hohem Infektionsrisiko Ende Juli bereits empfohlen.

Das Präparat "Truvada" ist aber nicht neu. Laut dem Hersteller Gilead Sciences ist es seit 2005 für die Therapie bereits Infizierter zugelassen. In Kombination mit anderen HIV-Medikamenten unterdrückt es die Vermehrung des Virus. "Es ist eines der am häufigsten verwendeten Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion", sagt Haberl. Fachleute sprechen von einer Prä-Expositionsprophylaxe, kurz PrEP.

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Wann gibt es "Truvada" als Prophylaxe in Deutschland?

Noch ist unklar, wann das Medikament als Prophylaxe in Deutschland erhältlich sein wird. Der Hersteller muss noch Schulungsunterlagen bereitstellen, bevor Ärzte die Prophylaxe verordnen dürfen. Schon länger wird das Mittel auch hierzulande zur Behandlung HIV-Infizierter eingesetzt.

Zur Prophylaxe ist "Truvada" in den USA bereits seit 2012 zugelassen. In Südafrika wird das Medikament seit diesem Jahr an Prostituierte abgegeben.

Wie viel kostet "Truvada"?

Derzeit kostet eine Monatspackung der verschreibungspflichtigen Tabletten in Deutschland rund 800 Euro. Und das ist auch der Haken: Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Prävention nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes nicht.

Die Deutsche Aids-Hilfe hofft, dass nun so schnell wie möglich eine Lösung der Kostenfrage gefunden wird. Nur dann könne es Menschen mit hohem HIV-Risiko schnell zugänglich gemacht werden. "Sonst werden sich nur sehr wenige das Mittel auch leisten können", sagte der Sprecher der Deutschen Aids-Hilfe. Vom Hersteller gebe es bisher keine Signale, wonach eine Preissenkung für die Prophylaxe denkbar wäre.

Wie viele Neuerkrankungen an HIV gibt es?

Weltweit sind Schätzungen zufolge rund 37 Millionen Menschen HIV-positiv. Gegenwärtig infizieren sich nach Angaben von Experten jährlich rund 2,1 Millionen neu. Rund 1,1 Millionen Menschen starben 2015 an den Folgen von Aids.

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