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11 Wege, die emotionale Bindung zu deinem Kind zu stärken

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EMOTIONALE BINDUNG
Mutter und Kind am Strand | iStock
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Eine enge Bindung zwischen Kindern und ihren Eltern ist nicht selbstverständlich. Sie entsteht, wenn Eltern sich aktiv und intuitiv mit den Bedürfnissen ihrer Kinder beschäftigen und sie ist extrem wichtig.

Denn sie begleitet ein Kind sein Leben lang. Sie hat Einfluss darauf, wie das Kind mit Stress umgehen wird, wie es auf Konflikte reagiert und welche Bindungen es selbst eines Tages aufbaut.

Sogar die Struktur des kindlichen Gehirns wird durch Bindungsmuster beeinflusst, wie Wissenschaftler der Washington University in mehreren Studien belegen konnten.

Doch wie gelingt eine enge Bindung zum Nachwuchs? Hier sind 11 Beispiele:

1. Zeige deinem Kind, dass du präsent bist

Wenn du Zeit mit deinem Kind verbringst, solltest du auch wirklich bei der Sache sein:

“Das heißt, wir müssen nicht nur ‘anwesend’ sein, sondern wirklich präsent, mit Kopf und Herzen bei unserem Kind. Im gleichen Raum sitzen, Facebook checken oder den Kinderwagen schieben und dabei telefonieren wäre zum Beispiel ‘anwesend’, aber nicht ‘präsent sein’”, schreibt Erziehungsexpertin Nicola Schmidt in ihrem Buch “artgerecht - Das andere Babybuch”.

2. Erlaube deinem Kind, zu dir ins Bett zu kommen

Wenn Babys müde werden, wird ihr Bindungssystem aktiviert. Das hat die Natur so vorgesehen, weil Babys in der Nähe ihrer Eltern am sichersten schlafen. Nähe ist in der Nacht besonders wichtig, weil das Kind im Schlaf die Kontrolle über Körper und Sinne abgibt. Weiß es seine Eltern in der Nähe, fühlt es sich beschützt und geboren.

Kinderschlafexpertin Sarah Ockwell-Smith bestätigt im Gespräch mit der Huffington Post: “Co-Sleeping ist eine wundervolle Möglichkeit, eine Bindung zueinander aufzubauen.”

Ältere Kinder, die noch ab und zu ins Elternbett krabbeln dürfen, spüren, dass Mama und Papa ihre Bedürfnisse ernst nehmen.

3. Zeige deinem Kind, wie es anderen eine Freude machen kann

Kinder lieben es, etwas zu basteln oder zu backen und anderen damit eine Freude zu machen. Du kannst gemeinsam mit deinem Kind ein Geschenk für die Oma aussuchen oder dem Papa seine Lieblingsschokolade aus dem Supermarkt mitbringen. Diese kleinen Aktionen steigern die Verbundenheit zwischen dem Kind und seiner Familie und sind noch dazu ein schönes Erlebnis.

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4. Führe kleine Rituale in euren Alltag ein

Kleine Rituale im Alltag geben Kindern Stabilität und steigern ihr Identitätsgefühl. Eine Extra-Runde Kuscheln am Samstagmorgen oder ein monatliches Räuberessen, bei dem alle mit den Händen essen dürfen, reichen zu Beispiel schon aus.

“Kleine Alltagsrituale mögen uns Erwachsenen zunächst belanglos erscheinen, unsere Kinder hängen aber daran”, erklärt Familientherapeut Richard Eyre dem Portal Eltern.de.

Es sind diese Familientraditionen, an die Kinder sich noch erinnern werden, wenn sie selbst schon Eltern sind.

5. Überrasche dein Kind ab und zu mit einer Kleinigkeit

Eine glückliche Kindheit setzt sich wie ein Mosaik aus vielen kleinen Momenten zusammen. Als Eltern haben wir die Chance, diese Momente gezielt geschehen zu lassen und damit die Verbindung zu unseren Kindern zu stärken. Kleinigkeiten sind dabei völlig ausreichend. Eine Legofigur, die es eigentlich erst zu Weihnachten gegeben hätte oder ein Überraschungs-Besuch bei der Eisdiele sind für Kinder etwas Besonderes. Durch diese kleinen Momente kannst du dein Kind spüren lassen, wie wichtig es dir ist.

6. Liebe dein Kind um seiner Selbst willen

Lass dein Kind spüren, dass deine Liebe zu ihm nicht an Bedingungen geknüpft ist. Wenn ein Kind das Gefühl hat, nur geliebt zu werden, wenn es brav ist oder gute Noten schreibt, wird das seine eigene emotionale Entwicklung beeinträchtigen. Es würde außerdem die Beziehung zu seinen Eltern stark belasten.

7. Setzt ein gemeinsames Projekt um

Je länger es dauert und anspruchsvoller es ist, desto mehr wird es in Erinnerung bleiben: Ein Projekt, dass du mit deinem Kind umsetzt - nur ihr zwei. Die Stunden, die ihr gemeinsam daran arbeitet und das Erfolgserlebnis, wenn es am Ende fertig ist, schweißen zusammen. So können Erinnerungen entstehen, die ein Leben lang halten. Wie wärs zum Beispiel mit einem Baumhaus oder einer selbstgebauten Seifenkiste?

8. Findet jeden Tag einen Weg, gemeinsam zu lachen

Lachen hat viele gesundheitliche Vorteile: “Der Humor ist eine wichtige Komponente emotionaler Gesundheit, er hält Beziehungen aufrecht, unterstützt die kognitive Entwicklung und möglicherweise sogar die körperliche Gesundheit”, sagte Allan Reiss, Forscher an der Stanford University.

Gemeinsames Lachen ist aber auch toll für die Bindung zwischen Eltern und Kind. Es markiert einen gemeinsamen Glücksmoment und signalisiert dem Kind eine Verbundenheit: Mama oder Papa finden die gleichen Sachen lustig wie ich.

9. Entschuldige dich, wenn nötig

Wir machen Fehler - das ist völlig normal und menschlich. Wir wollen nicht laut werden oder genervt wirken und trotzdem passiert es eben ab und zu doch. Aber wenn du dich bei deinem Kind dafür entschuldigst, erweist du ihm Respekt und zeigst ihm gleichzeitig, dass Fehler zum Leben gehören und jedem passieren können.

10. Lüge dein Kind nicht an - es gefährdet eure Beziehung

Hier geht es nicht um erfundene Figuren wie den Weihnachtsmann oder die Zahnfee - kleine Notlügen zu Gunsten der kindlichen Magie sind natürlich erlaubt. Aber wenn du dein Kind wirklich anlügst, kann das auf Dauer eure Beziehung gefährden. Dein Kind wird dann das Vertrauen zu dir verlieren - und das solltest du um jeden Preis vermeiden.

11. Achte seine Gefühle - auch wenn sie sich in einem Wutanfall äußern

Kinder lernen erst, mit ihren Empfindungen umzugehen. Manchmal erscheinen sie aus Erwachsenensicht unlogisch - für ein Kind können sie aber sehr real sein. Für eine starke emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind ist es wichtig, die Gefühle des Kindes zu achten und ernst zu nehmen - auch, wenn sie sich in einem Wutanfall niederschlagen.

Kleine Kinder werden manchmal wütend, weil sie noch nicht ausdrücken können, was in ihnen vorgeht. Sie brauchen dann ihre Eltern, die ihnen helfen, die eigenen Gefühle zu verstehen und einzuordnen.

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(vr)