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Diese 12 Bilder zeigen, wie es ist, einen Menschen mit Depressionen zu lieben

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Die Fotografin Maureen Drennan verbrachte in ihrer Kindheit viel Zeit in Block Island (im US-Bundesstaat Rhode Island). Die Landschaft dort ist geprägt von nebligem Himmel und stillen Gewässern.

"Es war eine einsame Zeit", schreibt sie in einer E-Mail an die Huffington Post. "Die windige Landschaft dort ist wunderschön, aber verlassen."

Drennan kehrte als Erwachsene zu ihrem Lieblingsort zurück. Mit einer Kamera im Gepäck wollte sie die Landschaft dokumentieren - als eine Art Selbstportrait, eine Verkörperung der Einsamkeit, die sie während ihrer Ehe erfahren hat.

Ihr Ehemann Paul verfiel vor Jahren in eine schwere Depression. Seine Krankheit ließ Maureen ratlos zurück. Das Fotografieren half ihr allerdings, ihren Mann zu verstehen. "Die Intimität während des gemeinsamen Fotografierens hat uns gestärkt", sagt Drennan. "Wo uns die Worte gefehlt haben, haben Bilder die Lücken gefüllt."

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Die fertige Foto-Serie heißt "Das Meer, das uns umgibt" - die Zeile eines Liebesgedichts des chilenischen Dichters Pablo Neruda. Auf der Hälfte der Bilder ist Paul zu sehen, die andere Hälfte sind Bilder von Block Island, die Drennan's inneren Zustand porträtieren.

Die früheren Foto-Projekte Drennan's folgten einem vertrauten Rezept. Betritt eine neue Gemeinschaft, verdiene dir durch den Foto-Prozess langsam ihr Vertrauen, werde vom Außenseiter zum Insider.

"Dieses Projekt war ganz anders als die vorherigen - weil ich mich auf meinen Partner und unsere Beziehung konzentrieren musste; es war ein Thema, das mir sehr nahe ging", sagt Drennan. "Bei Paul war ich ein Insider, der sich wie ein Außenseiter fühlte."

Der schwierigste Teil des Projektes, erklärt Drennan, war, überhaupt ersteinmal anzufangen. "Paul ging durch eine depressive Phase und ich wollte nicht, dass er sich noch mehr isoliert, wenn ich eine Kamera nehme und ihn fotografiere", sagte sie.

"Aber als ich dann endlich damit anfing, ihn zu fotografieren, hat es sich gut angefühlt und es wurde ein Teil dessen, was wir gemeinsam erlebten."

Obwohl Paul sich vor einer Kamera nicht so wohl fühlt, erkannte er, wie sich seine Frau seinen Signalen, Gesten und Bewegungen widmete und seine Verfassung interpretierte.

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"Letztendlich können wir nie genau wissen oder verstehen, wie sich jemand fühlt oder was er denkt. Aber wir können auf Signale achten". sagt Drennan. "Es gibt ein wunderschönes Gedicht von Thomas Tranströmer, das "Romanische Bögen" heißt. Es beschreibt wunderbar die "endlosen Gewölbe in uns selbst."

Die Phase in Drennan's Leben, als ihre Ehe turbulent und unsicher war, ist seitdem zu Ende. Die Distanz, die Maureen und Paul einst getrennt hatte, ist nun enger geworden.

Und die Schwierigkeiten, denen sie beide begegneten, haben ihre Form verändert - hin zu Vergebung und Anerkennung.

Auch wenn die Fotografie nicht der einzige Faktor war, der diesen Wandel der Gefühle ausgelöst hat, ist sich Drennan doch sicher, dass sie dazu beigetragen hat.

"Während ich mich so konfus fühlte, konnte ich durch das Fotografieren die Situation kontrollieren", sagte sie. "Es erlaubt mir, beide Seiten zu sehen: Innerhalb und außerhalb unserer Beziehung.

Durch dieses Projekt habe ich bemerkt, wie schmerzvoll aber auch lohnenswert Intimität und Zerbrechlichkeit sein können. Verletzlichkeit macht uns menschlich, macht uns schön."

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Der Artikel erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Bettina Pohl aus dem Englischen übersetzt.

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(ben)