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Österreichische Archäologen werden aus Türkei verbannt

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ARCHOLOGIE
Österreichische Archäologen haben ihre Arbeit auf Anordnung Ankaras abbrechen müssen | Getty
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  • Österreichische Archäologen haben ihre Arbeit auf Anordnung Ankaras abbrechen müssen
  • Das österreichische Institut führte seit über 100 Jahren Ausgrabungen an diesem Standort

Wegen diplomatischer Spannungen hat die Türkei die Ausgrabungen eines österreichischen Forscherteams in der westtürkischen antiken Stadt Ephesus gestoppt. Die Arbeiten seien auf Anweisung des Innenministeriums in diesem Jahr vorzeitig eingestellt worden, berichtete die Zeitung "Hürriyet" am Montag.

In dem auf Ende August datierten Schreiben seien als Grund "andauernde politische Spannungen mit Österreich" angegeben worden.

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Der österreichische Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) kritisierte den Vorgang, berichtete die österreichische Nachrichtenseite "Der Standard" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur APA.

"Freiheit der Wissenschaft eingeschränkt"

"Ich bedaure diese Entscheidung sehr, weil sie Politik und Wissenschaft vermischt und im Widerspruch zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit steht, die wir über viele Jahre in Ephesos gepflegt haben", kommentierte Mitterlehner am Sonntagabend.

"Mit diesem Schritt wird die Freiheit der Wissenschaft weiter eingeschränkt", sagte er. Die Arbeiten seien am 31. August und damit zwei Monate vor dem regulären Ablauf des Projekts beendet worden, hieß es aus der Türkei.

Das Österreichische Archäologie Institut führt seit mehr als einhundert Jahren Ausgrabungen in Ephesus durch. Die antike Stadt in der Provinz Izmir war ein bedeutendes Pilgerzentrum und beherbergte mit dem Tempel der Artemis unter anderem eines der Sieben Weltwunder. Die Stadt steht auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes.

Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei bleiben angespannt

"Hürriyet" berichtete weiter, die Ausgrabungsorte seien vom Direktor des Ephesus Museums "übernommen" worden. Ob das Ausgrabungsteam für das kommende Jahr eine Genehmigung erhalte, hänge von den Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei ab.

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind seit Wochen angespannt. Nach dem Putschversuch und dem Vorgehen der Türkei gegen mutmaßliche Unterstützer hatte Österreich unter anderem einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei gefordert.

Außerdem sorgte eine Werbung am Wiener Flughafen mit der Aufschrift: "Mit Türkei-Urlaub unterstützt man nur Erdogan." für Aufregung.

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(tos)