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"Das ist unser Land!"- Eklat beim Eintreffen von US-Präsident Obama bei G20-Gipfel in China

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  • Die Spannungen der USA mit China haben sich unmittelbar vor dem G20-Gipfel zugespitzt
  • Zu dessen Beginn kam es zudem zu einem diplomatischen Eklat
  • Immerhin gab es im Vorfeld beim Klimaschutz die erwartete eine Einigung

Am heutigen Sonntag beginnt in China der G-20-Gipfel. Doch gleich zu Beginn des zweitägigen Treffens der der Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, kam es zu einem Eklat.

Als der US-Präsident in der chinesischen Provinzhauptstadt Hangzhou landete, stand zunächst keine Rolltreppe für die Präsidentenmaschine bereit. Deshalb musste der US-Präsident fern von den TV-Kameras hinten aus dem Flugzeug aussteigen.

Anschließend sorgten Rangeleien und Wortgefechte zwischen chinesischen Sicherheitsbeamten und der US-Delegation bei der Ankunft am Flughafen für Verstimmung.

Auf dem Rollfeld war anschließend ein Disput ausgebrochen: Eine Präsidenten-Beraterin und ein chinesischer Regierungsbeamter seien aneinander geraten, berichtet die Nachrichtenagentur "dpa". Die US-Journalisten sollten sich dem Bericht zufolge hinter ein blaues Seil zurückziehen – weg von der Ankunftsszene

"Ein Mitglied der chinesischen Delegation schrie Mitarbeiter des Weißen Hauses von dem Moment an, in dem die Mediengruppe das Rollfeld betrat", hieß es in Schilderungen von US-Journalisten. "Er wollte, dass die US-Presse verschwindet."

Streit um mehrere Inseln

Als ihm eine Vertreterin Washingtons erläutert habe, dass die USA die Spielregeln für ihren Chef selbst bestimmten, habe es dem Chinesen gereicht: "Das ist unser Land! Das ist unser Flughafen!", schrie das Mitglied der Gastgeber-Delegation, wie die Zeitung "Welt" berichtet.

Ein weiterer Verstoß gegen die internationale Etikette: Auch Obamas Sicherheitsberaterin Susan Rice beklagte laut "dpa", sie sei von chinesischen Beamten auf dem Rollfeld gestört worden. "Sie haben Dinge getan, die nicht erwartet wurden", sagte die US-Politikerin auf die Frage eines Reporters zu dem Zwischenfall.

Auch inhaltlich haben Spannungen zwischen den USA und China den Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer überschattet. Die Differenzen reichten vom Inselstreit im Südchinesischen Meer über die Stationierung eines amerikanischen Raketenabwehrsystems in Südkorea bis zu Chinas Zurückweisung "ausländischer Einmischung" bei den Menschenrechten.

US-Medien: Holpriger Start

Ein "holpriger Start" des Obama-Besuches mit Zwischenfällen zwischen chinesischen Sicherheitskräften und der US-Delegation bei der Ankunft am Flughafen in der ostchinesischen Stadt Hangzhou wurde am Sonntag in US-Medien als symptomatisch für die schlechten Beziehungen gewertet.

Verärgert reagierte China auf die Kritik von US-Präsident Barack Obama an der chinesischen Vormachtspolitik in den Inselstreitigkeiten mit seinen Nachbarn. Das Außenministerium sprach von "unverantwortlichen Bemerkungen". Staats- und Parteichef Xi Jinping wies in seinem Gespräch mit Obama die Vorwürfe zurück und forderte die USA auf, vielmehr "eine konstruktive Rolle" bei der Wahrung von Frieden und Stabilität im Südchinesischen Meer zu spielen. China werde "unerschütterlich"seine territoriale Souveränität und maritimen Interessen schützen, warnte Xi.

Pekings Außenministerium warf den USA vor, "zweierlei Maß"anzulegen. Die USA hätten kein Recht, sich zu dem Inselstreit zu äußern, weil sie die Seerechtskonvention (UNCLOS) nicht einmal ratifiziert hätten, sagte ein Sprecher.

Ärger um Raketen-Schirm

Er reagiert auf ein Interview des US-Präsidenten mit dem US-Sender CNN, in dem Obama mit Blick auf das selbstbewusste chinesische Vorgehen und den Inselstreit Chinas mit seinen Nachbarn zur Zurückhaltung aufgerufen und vor "Konsequenzen" gewarnt hatte. China ignoriert ein Urteil des internationalen Schiedsgerichtshof in Den Haag, der die chinesischen Gebietsansprüche abgewiesen hatte.

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Mit Nachdruck brachte Xi in seinem Gespräch auch den Widerstand gegen die Stationierung des US-Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea vor. China betrachtet die Defensivmaßnahme als Bedrohung, obwohl sie sich gegen Provokationen Nordkoreas richtet. Xi forderte Obama auf, die strategischen Sicherheitsinteressen Chinas zu respektieren.

Einigung in Klimapolitik

Nach dem Empfang von führenden chinesischen Menschenrechtlern durch Sicherheitsberaterin Susan Rice am Dienstag im Weißen Haus kritisierte Xi auch Einmischung in Chinas innere Angelegenheiten und verteidigte die chinesische Menschenrechtslage.

Allein in der Klimapolitik schienen beide Präsidenten einig, nachdem sie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Samstag die formellen Dokumente zur Annahme des Paris Klimaabkommens übergeben hatten. Die Ratifizierung durch die beiden größten Wirtschaftsmächte wurde als entscheidender Schritt gewertet, damit die Vereinbarung möglichst noch dieses Jahr in Kraft treten kann. Ziel ist es, die Erderwärmung unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten, auch wenn die nationalen Zusagen dafür bislang bei weitem noch nicht ausreichen.

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