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Bosbach: Darum höre ich auf mit der Politik

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BOSBACH
CDU-Politiker Wolfgang Bosbach: 2017 tritt er nicht noch einmal zur Wahl an | Getty
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  • CDU-Politiker Wolfgang Bosbach lässt sich 2017 nicht noch einmal in den Bundestag wählen
  • Nun legt er detailliert seine Gründe dar: Der ständige Dissens zwischen ihm und seine Fraktion
  • Bosbach vertritt in Fragen der Eurozone und der Flüchtlingspolitik offensiv andere Meinungen

Mehr als 20 Jahre sind vergangen, seit Wolfgang Bosbach 1994 zum ersten Mal in den Bundestag einzog. Der CDU-Mann vertritt deutliche Positionen, manchmal zu deutliche, nicht selten entgegen der Fraktionsdisziplin. "Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen", pöbelte der damalige Kanzleramtschef Ronald Pofalla 2011, weil Bosbach eine sehr kritische Meinung in der Frage der Eurorettung vertrat.

Die Europolitik der Bundesregierung kritisiert Bosbach noch heute. Genau wie die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel. Nun zieht Bosbach die Konsequenzen: 2017 will der 64-Jährige nicht noch einmal zur Wahl antreten. Seine Gründe erläutert Bosbach in einem Gastbeitrag für den "Focus" - und führt dabei ausschließlich politische Gründe an, nicht seine seit Jahren schwelende Krebserkrankung.

Bosbach vertritt die Meinung der Partei - nur nicht die aktuelle

Worauf Bosbach Wert legt: "Bei keinem Thema von Bedeutung vertrete ich eine Position, die früher nicht die Haltung meiner Partei war." Während die CDU sich in ihren Positionen weiterentwickelte, blieb Bosbach bei der althergebrachten Meinung. Stur kann man das nennen oder auch beständig. Ein Rebell jedenfalls, schreibt Bosbach, sei er deswegen nicht. Ihm gehe es darum, die Wahlversprechen der Partei einzuhalten.

Nun setze die Eurozone "den Weg von der Währungs- über die Haftungs- in Richtung Transferunion ungebremst fort" - eins von Bosbachs wichtigsten Themen - und schädige mit Niedrigzinsen die Sparer.

Nicht mehr gegen die Kanzlerin votieren

Dann die Flüchtlingsfrage: Zwei Millionen in einem Jahr, das sei keine vernünftige Zuwanderung mehr, meint Bosbach, zumal, wenn auch "Hunderttausende ohne Papiere, mit unklarer Identität und Nationalität" einreisten. Die Regierung habe mitgeteilt, dass die Flüchtlingskrise "Deutschland verändern wird" - nur wie, das habe sie nicht verraten. Ein Kurs, den Bosbach so nicht mittragen will.

Immer wieder gegen die Kanzlerin zu votieren, darauf hat er keine Lust. Genauso will er sich nicht gegen die eigene Fraktion stellen. Nun müsse "der permanente Spagat zwischen Loyalität und Überzeugung" ein Ende finden. Termin: die nächste Bundestagswahl.

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