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Erste Reaktionen zur Wahl in Meck-Pomm: "Schwere persönliche Niederlage für Angela Merkel"

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Die SPD hat in Mecklenburg-Vorpommern sehr viel besser abgeschnitten als gedacht. Sie landet laut ersten Prognosen bei rund 30 Prozent der Stimmen. Die CDU dagegen muss wohl eine krachende Niederlage einstecken: Sie ist von den Wählern hinter der AfD auf den dritten Platz verwiesen worden.

Wer die Schuld an diesem Ergebnis trägt, war für viele Wahlbeobachter schnell klar: Kanzlerin Merkel.

Der stellvertretende Bundesvorsitzender der SPD Ralf Stegner sagte: "Das Ergebnis ist eine schwere persönliche Niederlage für Angela Merkel".

Kritiker sehen Flüchtlingspolitik als Ursache

Auch der SPD-Spitzenkandidat und Wahlgewinner Erwin Sellering sieht Angela Merkel als Schuldige für das gute Abschneiden der AfD.

Kritik an der CDU kommt auch von der bayerischen Schwester-Partei CSU. "Das Ergebnis für die CDU ist katastrophal“, sagt der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer gegenüber der Huffington Post.

Der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag sieht als wahrscheinliche Hauptursache für die Niederlage der CDU die Unzufriedenheit von Teilen der Wähler mit der Flüchtlingspolitik.

"Zwar hat die Bundesregierung in der Flüchtlingspolitik seit 2015 viel verändert, doch bei vielen Wählern ist das offenbar nicht angekommen", sagt der Christsoziale.

Die CDU müsse "unbedingt ihre Kommunikation bei diesem Thema ändern". Das klare Bekenntnis der Kanzlerin, Menschen die hier keine Bleibeperspektive hätten, auch konsequent abzuschieben, sei leider "deutlich zu spät gekommen", so Mayer.

"Merkels Sturheit macht Radikale stärker"

Auch die ehemalige CDU-Familienministerin Kristina Schröder übt scharfe Kritik an der Strategie Merkels. Sie twitterte:

Als "asymmetrischen Mobilisierung" wird die Strategie Merkels bezeichnet, die Wähler eher einzuschläfern als zu mobilisieren.

Kritik an Kanzlerin Merkel kam auch vom baden-württembergische FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Auch er gibt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Schuld am Erfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wahlergebnis sei vollständig von ihrer Flüchtlingspolitik überlagert.

"Zeit der Problemleugner muss endlich vorbei sein"

"Frau Merkel schickt sich mit ihren Fehlern und ihrer Sturheit an, die Radikalen immer stärker zu machen. Nun hat sie es offensichtlich geschafft, dass im ersten Bundesland die AFD sogar die CDU überholt", sagte Rülke am Sonntagabend in Stuttgart.

Weniger offen, aber trotzdem deutlich machte CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz seine Kritik.

Er appellierte an die CDU: Sie müsse ihren Problemen endlich ins Auge schauen - das Problem offensichtlich: Angela Merkel.

Spekuliert, warum die CDU so schlecht abgeschnitten hat, wird auch schon. Achim Wendler, Reporter für den BR twitterte:

Grünen-Chef Cem Özdemir hingegen warnte davor, das gute Abschneiden der AfD allein mit der Unzufriedenheit über die Flüchtlingspolitik zu begründen. Alle demokratischen Parteien hätten verloren, sagte Özdemir: Er warnte davor, jetzt einfach Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Schuld zu geben.

Die Flüchtlingspolitik hätten schon alle gemeinsam so gewollt, und alle müssten ihren Anteil und ihre Verantwortung übernehmen.

Ein großer Teil des Frustes, der der AfD geholfen habe, sei auch auf den Stil der Koalitionäre von Union und SPD im Bund zurückzuführen, die sich wie die "Kesselflicker" stritten: "Das ist ja keine Koalition, das ist eigentlich eine Streitgemeinschaft, die sich da gebildet hat. Das ist Politik zum Abgewöhnen", sagte Özdemir.

Mehr zum Thema: Die Meck-Pomm-Wahl im Live-Blog

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