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Wählerwanderung zur AfD: Nichtwähler haben AfD zum Triumph geführt

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HOLM
Hat nach der Wahl Oberwasser: Der mecklenburg-vorpommersche AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm | Getty
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  • Die meisten Wähler hat die AfD aus dem Lager früherer Nichtwähler gewonnen
  • Parteien, deren Positionen der Meinung der AfD ähnelten, verloren am stärksten an die Rechtspopulisten

Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt - und den großen Parteien einen schweren Schlag versetzt: aus dem Stand gut 21 Prozent für die rechtspopulistische AfD, Verluste von gut fünf Prozent für die SPD und knapp vier Prozent Minus für die CDU.

Rot-Schwarz hat zwar genug Sitze, um die große Koalition im Landtag fortführen zu können, die Wahl ist dennoch ein Tiefschlag.

Doch von welcher Wählergruppe hat die AfD am stärksten profitiert? Es lohnt ein Blick in die Analyse der Wählerwanderung, aufgestellt von infratest dimap im Auftrag der ARD:

Die Analyse belegt: Die AfD hat es geschafft, die Ängste und Vorurteile derer zu nutzen, die mit der Politik der etablierten Parteien nichts mehr anfangen können.

Den mit Abstand größten Teil ihrer Wähler rekrutierte die Partei aus dem Lager der vormaligen Nichtwähler. Satte 61.000 Stimmen von Menschen, die bei der letzten Wahl 2011 nicht an die Urne gehen mochten. Als Partei der Frustrierten hat die AfD den bislang größten Erfolg ihrer Geschichte gefeiert.

Nach den Nichtwählern folgt die CDU als wichtigste Wählerquelle mit 23.000 Menschen - und zwar gleichauf mit den sonstigen Parteien. Das bedeutet: Rund jeder dritte AfD-Wähler hat bei der letzten Wahl nicht gewählt. Und damit haben die Nichtwähler die AfD-Partei zum Erfolg geführt. Denn ohne sie läge sie eher in niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Hat sich Abgrenzung im Wahlkampf gelohnt?

"Diejenigen, die AfD(nahe)-Positionen vertreten haben, haben davon nicht profitiert", analysiert die ARD-Journalistin Anna-Mareike Krause. In der Tat: Ähnlich groß wie von der CDU ist der Wanderstrom von der wesentlich kleineren NPD zur AfD mit 19.000 Wählern.

Am besten davongekommen sind die Parteien, die weit genug links von der AfD stehen: 16.000 beziehungsweise 18.000 Wähler verloren SPD und Linke an die AfD.

Doch aus welchem Grund? Weil sie sich vergleichsweise erfolgreich nach rechts abgrenzen konnten? Oder weil die Flüchtlingspolitik von Merkel von den Wählern nicht auf ihre Konten gezählt wurde?

Das sollten die Parteien genau ergründen. Denn SPD und Linke haben zwar nur relativ wenige Wähler an die AfD verloren - dafür aber am stärksten bei den Wahlergebnissen eingebüßt: Gut fünf Prozent waren es bei der SPD, sechs Prozent bei den Linken.

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