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Wegen Fall Gina-Lisa: Schäuble fordert in interner Runde Rücktritt von Justizminister Maas

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  • Finanzminister Schäuble fordert den Rücktritt von Justizminister Heiko Maas
  • Grund sind Maas' Äußerungen im Gerichtsverfahren des Models Gina-Lisa Lohfink
  • Maas' Sprecherin streitet eine Einmischung in den Fall ab
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist empört über Justizminister Heiko Maas. Konkret geht es um Maas' Äußerungen im Verfahren des Models Gina-Lisa Lohfink.

Der CDU-Politiker Schäuble rügte den SPD-Mann Maas für seine Einmischung in den Fall. "Ein anständiger Minister müsste da zurücktreten“, zitiert das Magazin "Focus" Schäuble unter Berufung auf Teilnehmer einer internen Sitzung.

Hintergrund: Maas wird vorgeworfen, er habe vor einigen Wochen in seinen Aussagen zum härteren Sexualstrafrecht eine Verbindung zum Fall Gina-Lisa Lohfink hergestellt.

Maas hatte dem Kabinett bereits im März einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem das "Nein heißt Nein"-Prinzip gilt. Das Gesetz wurde am 7. Juli verabschiedet.

Maas' Äußerungen: Bezug zu Fall Gina-Lisa?

Maas’ Mitarbeiter bestreiten, dass das Gesetz einen direkten Bezug zum Fall Gina-Lisa herstelle. Eine Sprecherin sagte dem "Focus", der Minister äußere sich nicht zu Einzelfällen.

Mehr zum Thema: Warum das Urteil nicht nur für Gina-Lisa Lohfink ein Schlag ins Gesicht ist

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten fand Lohfinks Vergewaltigungs-Anschuldigungen unglaubwürdig: Sie habe zwei Männer zu Unrecht beschuldigt und wissentlich gelogen. Lohfink wurde Ende August zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt. Das Model kündigte allerdings an, in Berufung zu gehen.

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(lk)