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Deutscher darf Scheune nur umbauen, wenn er Flüchtlinge aufnimmt - also stellt er einen Asylantrag

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BARN
Eine Scheune (Symbolbild) | Photographer Chris Archinet via Getty Images
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  • Ein 26-Jähriger darf seine Scheune nicht einfach so umbauen
  • Das Bauamt hat ihm eine unglaubliche Auflage gemacht: Er muss dort Flüchtlinge wohnen lassen
  • Nun stellte er einen Asylantrag

Dominik Deppe ist sauer. Denn eigentlich wollte der 26-Jährige aus Leopoldshöhe in Nordrhein-Westfalen seine Scheune umbauen, um dort einzuziehen. Doch nun kommt alles ganz anders: Entweder nimmt er dort Flüchtlinge auf oder er kann den Umbau vergessen. Das berichtet die Tageszeitung "Neue Westfälische" am Samstag.

Der Umbau der Scheune würde Deppe 80.000 Euro kosten. Allerdings müsste er die neue Unterkunft für drei Jahre Flüchtlingen zur Verfügung stellen.

Grund ist die Lage der Scheune: Sie liegt außerhalb des Bebauungsplans, im sogenannten Außenbereich, wo das Bauen prinzipiell verboten ist. Damit soll vermieden werden, dass Kleinst-Ansiedlungen außerhalb von Wohngebieten entstehen. Eine Ausnahme ist neuer Wohnraum für Flüchtlinge.

Deppe, der bislang im Haus der Eltern wohnt, ist schockiert über die Entscheidung des Landkreises und fühlt sich als Einheimischer benachteiligt. Aus Protest hat er einen Asylantrag gestellt - dieser wurde allerdings abgelehnt. Deutsche können im eigenen Land kein Asyl beantragen.

"Jetzt bin ich ratlos. Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, doch meine Wohnung will ich eher mit meiner Freundin teilen", erklärt Deppe der Zeitung.

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(tos)