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Köln: Zehntausende Kurden demonstrieren gegen Erdogan

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KLN KURDEN
Kurden bei dem Demonstration am Samstag in Köln. | dpa
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  • 30.000 Kurden werden am Samstag zu einer Kundgebung gegen den türkischen Präsidenten Erdogan erwartet
  • Teilnehmer schwenkten Fahnen mit dem Konterfei des PKK-Anführers Öcalan
  • Kritik kommt von der Regierungspartei AKP

In Köln hat am Samstag eine kurdische Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern begonnen. Unter dem Motto "Gegen Diktatur und für Gleichbehandlung" werden 30.000 Menschen erwartet, die gegen die Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan demonstrieren.

Viele von ihnen schwenkten Fahnen mit dem Bildnis von Abdullah Öcalan, des inhaftierten Anführers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Auch auf der Bühne hing ein ein großes Bild von ihm. Die PKK ist sowohl in der Türkei als auch in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. In Deutschland ist sie seit 1993 verboten.

Riexinger: "Aufhebung des PKK-Verbots"

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies sagte der Nachrichtenagentur dpa, Symbole der PKK dürften nicht gezeigt werden, Fotos von Öcalan seien hingegen zulässig.

"Wir haben hier eine ganz klare Linie vorgegeben, und von der weichen wir auch nicht ab", sagte Mathies. Die Veranstaltung werde genau überwacht, bisher sei aber alles friedlich.

Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger, einer der Redner der Kundgebung, erneuerte die Forderung seiner Partei nach einer Wiederzulassung der PKK.

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"Wir sind absolut für die Aufhebung des PKK-Verbots", sagte Riexinger der dpa. Falsch sei auch die völlige Isolierung Öcalans. "Wir fordern da ganz klar, dass Öcalan nicht länger im Gefängnis schmoren darf, sondern dass er für Verhandlungen eingesetzt wird."

AKP-Abgeordneter: "Doppelmoral"

Vor der Kurden-Demonstration hatte der türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu deutschen Medienmachern und Politikern "Doppelmoral" vorgeworfen.

Diejenigen, die die AKP-nahe Kundgebung in Köln Ende Juli gegen den Putschversuch in der Türkei kritisierten, seien "vor der Demo einer Terrororganisation in derselben Stadt plötzlich verstummt", bemängelte Yeneroglu.

"Wo sind die Politiker, die nicht wollen, dass externe Konflikte in Deutschland ausgetragen werden?", fragte der deutsch-türkische Abgeordnete von der Regierungspartei AKP. "Wo sind die Fragen nach der Staatsbürgerschaft oder Forderungen nach aufenthaltsbeendenden Maßnahmen?"

Die von der AKP-nahen UETD organisierte Demonstration in Köln Ende Juli hatte - anders als die Kurden-Kundgebung - zu hitzigen Debatten in Deutschland geführt.

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(tos)