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"Flüchtlingskinder üben schon die ersten Anschläge": Lokalzeitung blamiert sich mit Artikelbild

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Ein großzügiger Bürger stiftete im oberösterreichischen Lambach (Bezirk Wels-Land) ein Klavier - für Flüchtlinge. Eine gute Sache also.

Doch was die Lokalpresse aus dieser Meldung machte, sorgt jetzt für Spott und Häme - und stößt vielen sauer auf.

"Die Kinder üben schon die ersten Anschläge"

Die österreichische Zeitung "BezirksRundschau" berichtet in ihrer Ausgabe vom 1. September von einem Musikprofessor, der einem Flüchtlingsheim ein sogenanntes Pianino, also ein kleines Klavier, zukommen ließ. Die Presse war vor Ort, als die feierliche Übergabe stattfand.

Zur Bebilderung nutzten die Redakteure ein Foto, auf dem mehrere Flüchtlingskinder zu sehen sind - sie sitzen am Klavier und üben schon fleißig, auf dem Instrument zu spielen. Ein vollkommen normales Bild. Bis man die Bildunterschrift sieht.

Unter dem Bild steht nämlich: "Die Kinder im Flüchtlingsheim üben schon die ersten Anschläge."

bezirksrundschau

"Strunzdämlich" oder "mutig"?

Das Bild verbreitet sich rasch im Netz. Dort können die wenigsten über die verhunzte Bildunterschrift lachen.

Der Schauspieler Christian Ulmen ist sich jedenfalls sicher darin, wer an dem Artikelbild schuld ist und erstellte, sicherlich mit einem Augenzwinkern, einen Facebook-Beitrag dazu:

Und es stellt sich zwangsläufig die Frage: Ist das denn niemandem bei der "BezirksRundschau" aufgefallen? "Wenn das keine Absicht war, dann echt strunzdämlich. War es Absicht, dann verdammt mutig", schreibt ein Facebook-Nutzer.

Am wahrscheinlichsten ist es, dass der Ersteller der Bildunterschrift nur eins wollte: mit seinem musikalischen Wissen glänzen.

Denn dass er weiß, was ein Anschlag beim Klavierspielen bedeutet, ist anzunehmen. Der Anschlag ist die Art, mit der ein Pianist die Tasten spielt. Durch unterschiedliche Anschlagstechniken kann der Klavierspieler sein Spiel beeinflussen.

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(lk)