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Sänger Maxim im Interview: Das kann das neue Album

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Maxims sechstes Album heißt

Mit seiner Single "Meine Soldaten" stürmte Maxim (34, "Staub") im Jahr 2013 die deutschen Charts. Der Weg zu seinem Durchbruch war kein einfacher. Am 02. September 2016 erscheint nun sein neues Album "Das Bisschen Was Wir Sind". Im Interview mit spot on news verrät der Sänger, wie die neue CD entstanden ist. Außerdem plaudert er offen über Privates: Wie er zu Geld steht, ob er schon einmal etwas geklaut hat und ob er privat eher ernst oder lustig ist.

Wie sind Sie zu "Willkommen im Club" gekommen?

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Maxim: Das war ein Song, der durch ständiges Weiterschreiben erst entstanden ist. Ich hatte schon drei Strophen und dann habe ich einen Refrain dazu geschrieben. Dazu haben die Strophen aber nicht mehr gepasst und ich habe sie verworfen. Nach und nach hat sich das Lied dann zusammengefügt. Aber das Thema, scheitern mit Stil, kennt jeder. Da muss man kein Genie sein, um darauf zu kommen.

Gibt es eine Situation, in der Sie gescheitert sind in ihrem Leben?

Maxim: Das ist schwer zu sagen. Scheitern ist nicht immer etwas Negatives. Es gibt viele Momente, wo man feststeckt und einfach nicht weiterkommt. Aber es gibt auch diesen einen Augenblick, in dem es eben doch wieder voran geht. Bei mir war die Musik lange ein schwieriges Thema. Ich habe drei Alben gemacht und sehr viel Energie rein gesteckt. Trotzdem hatten sie keinen Erfolg. Das fühlt sich wie scheitern an.

Haben Sie ein Lieblingslied auf der neuen CD?

Maxim: Mein Ziel ist es, dass jedes Lied, das auf der CD ist, einmal mein Lieblingslied war. Im Moment sind es "Von Nichts" und "Buntstifte", aber das liegt daran, dass ich diese beiden zuletzt produziert habe. Wenn die Aufnahme von Songs schon länger her ist, dann ist man einfach nicht mehr so überwältigt. Man hört die Sachen selber tot. Die werden erst wieder beim Singen auf der Bühne lebendig. Wenn ich ein Album fertig habe, dann höre ich es einmal und dann nie wieder, nur live.

Sie haben für dieses Album mit Marteria zusammen gearbeitet. Wie war diese Erfahrung für Sie?

Maxim: Wir hatten uns auf einer Preisverleihung kennen gelernt und gleich gut verstanden. Dort haben wir uns gleich vorgenommen, einen gemeinsamen Song zu machen. Ich war gerade daran, mein neues Album zu machen. Trotzdem musste Marteria noch fast zwei Jahre warten. Ich wollte einfach den richtigen Song haben. Es sollte nicht so eine erzwungene, aus dem Boden gestampfte Zusammenarbeit sein.

Worum geht es denn in dem Song?

Maxim: Es geht um flüchtige Liebe und gleichzeitig um Tourismus. Wie kann man blind reisen ohne etwas zu sehen? Dieser Song hat perfekt gepasst. Bei der tatsächlichen Produktion des Liedes haben wir uns gar nicht gesehen. Es ist heutzutage so gut möglich, an unterschiedlichen Orten der Welt zu arbeiten und sich das Ergebnis zuzuschicken. Ich habe ihm den Beat zukommen lassen und der hat ihm gefallen. Er hat darauf den Rest geschrieben. Am Schluss hat er mir die Spur zurückgeschickt und ich habe sie eingesetzt.

Im Video von "Willkommen im Club" geht es um einen Raub. Wie war der Videodreh für Sie?

Maxim: Es war meine erste Erfahrung mit Schauspiel und ich hatte einen riesen Respekt davor. Aber es hat unheimlich Spaß gemacht. Ich bin sehr froh, dass ich nicht sprechen musste. Ich glaube, dann wäre ich gescheitert. Wir sind in dem Video zu viert und brechen in den 70er Jahren in eine Bank ein. Die anderen Schauspieler reißen einen richtig mit. Das fühlt sich dann plötzlich ziemlich echt an.

Haben Sie schon einmal etwas gestohlen?

Maxim: Als Kind habe ich mal etwas geklaut. Ich war vielleicht 13 Jahre alt. Leider wurde ich direkt erwischt. Die Polizei hat mich ins Gefängnis gebracht und dort musste ich eine Stunde warten. Dann haben mich meine Eltern abgeholt. Das war ganz furchtbar und hat mich im großen Maße abgeschreckt. Ab diesem Moment wäre ich nie wieder auf die Idee gekommen, etwas zu stehlen.

Schwingt bei den neuen Projekten auch noch der Erfolg von "Meine Soldaten" und "Staub" mit?

Maxim: "Staub" hat sich sehr gut verkauft und das war für mich wie ein Ritterschlag. Davor habe ich schon jahrelang erfolglos Alben gemacht. Plötzlich hatte ich dann einen Hit. Da merkt man, dass die Arbeit und die Mühe doch einen Sinn hatten. Nach diesem Erfolg ist es selbstverständlicher, Künstler zu sein und dass man von seiner Musik leben kann.

Ihre Songs sind meistens recht tiefgründig. Sind Sie privat auch so?

Maxim: Jeder ist privat auch mal ernst, aber insgesamt mache ich ziemlich viel Quatsch. Ich erzähle viel Unsinn und lache gerne. Wenn ich viel an Songtexten arbeite und darüber nachdenke, dann versuche ich danach, mich darüber lustig zu machen. Damit ist es erträglich und das Leben macht Spaß. Auch abends, wenn ich mir einen Film anschaue, wähle ich nicht unbedingt ein Drama aus.

Welche Rolle spielt für Sie Geld?

Maxim: Geld trägt für mich eine sehr zwiespältige Rolle. Es kann vieles ermöglichen, wie in meinem Fall unabhängig Musik zu machen. Auch Video-Produktionen wären dann einfacher, weil man viel mehr ausprobieren könnte. Wir machen jetzt schon durchaus teure Musik. Was wir produzieren kommt nicht einfach alles aus dem Computer. Aber andererseits denke ich mir bei Geld immer, es möchte gerne zu seinesgleichen. Das Geld bleibt eben gerne unter sich. Wenn du viel hast, willst du auch noch mehr. Das hat schon einen gewissen Suchtfaktor. Genau das möchte ich nicht in meinem Leben. Es ist mein Ziel, dass das Geld zu meinen Bedingungen kommt, nicht zu seinen.

Wie ist es bei Konzerten? Gibt es einen Ort wo Sie gerne auftreten würden?

Maxim: Solo-Shows sind mir immer am liebsten. Da kommen die Leute hin, die auch wirklich deine Musik hören wollen. Diese Fans hat man sich selbst erkämpft und sie freuen sich auf dich. Festivals sind immer etwas schwieriger, da sie kompetitiv sind. Wer ist lauter, schneller, besser. Man muss die Besucher animieren und das widerspricht allem, was ich an der Musik so wichtig finde. Ich mache nicht gerade Animationsmusik. Jeder sollte die Musik auf seine Art mögen, mir ist egal wie sie reagieren. Ich muss die Fans nicht zu einem einheitlichen Haufen machen.

Haben Sie ein besonderes Markenzeichen?

Maxim: Ich würde behaupten, dass meine Sprache auch mein Markenzeichen ist. Ich habe mir über die Zeit einen besonderen Stil in der Sprache angeeignet. Dabei habe ich eine sehr bildliche Art Texte zu schreiben.

Gibt es einen Künstler, der Sie besonders beeinflusst hat in der Kindheit?

Maxim: Alles was auf dem Plattenspieler meiner Eltern gelaufen ist, hat mich irgendwie beeinflusst. Man schnappt überall einzelne Fetzen auf. Wenn man dann selbst Songs produziert, denkt man immer, es sei etwas komplett Neues. Dabei ergibt sich eigentlich nur ein Mosaik aus vielen kleinen Teilchen, die man im Unterbewusstsein abgespeichert hatte.