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Wladimir Putin schmeichelt den USA - und verspricht eine gemeinsame Lösung für Syrien

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PUTIN OBAMA
Wladimir Putin schmeichelt den USA - und verspricht eine gemeinsame Lösung für Syrien | Kevin Lamarque / Reuters
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  • Putin: Russland und die USA stehen kurz vor einer Konfliktlösung in Syrien
  • Aber: Kaum eine Kriegspartei hielt sich bisher an Abmachungen
  • Problem: Russland und USA verfolgen unterschiedliche Ziele in Syrien

Das Verhältnis des Westens zu Russland musste in den vergangenen Monaten zahlreiche Zerreißproben bestehen. Die Atmosphäre ist düster, immer wieder drohte die Situation insbesondere zwischen den USA und Russland zu eskalieren.

Nicht zuletzt ging es dabei um Manöver der Nato – und des russischen Militärs.

Nun gibt es Zeichen der Versöhnung. Ausgerechnet in einem Konflikt, der seit Monaten als äußerst verfahren gilt. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, Russland und die USA ständen kurz vor einem Durchbruch bei der Konfliktlösung in Syrien.

Putin: "Übereinkunft in naher Zukunft"

Am Donnerstag sagte Putin bei einem Interview in der russischen Hafenstadt Wladiwostok: "Wir bewegen und Schritt für Schritt in die richtige Richtung“. Putin schließe nicht aus, dass die USA und Russland in der "nahen Zukunft“ eine Übereinkunft träfen – "und diese der internationalen Gemeinschaft präsentieren“.

Klar ist: Es sind Zweifel angebracht. Bisherige Schlichtungsversuche im Syrienkonflikt, einschließlich des im Februar zwischen Washington und Moskau vereinbarten Waffenstillstandes, hatten nicht gefruchtet.

Kaum eine Kriegspartei hielt sich an die getroffenen Abmachungen – auch Russland fiel immer wieder dadurch auf, die selbst forcierte Regelung zu brechen.

Erstaunliches Zeichen der Versöhnung

Putins Worte sind dennoch außergewöhnlich. Der russische Präsident fiel in Vergangenheit immer wieder als scharfer Kritiker der amerikanischen Außenpolitik auf. Jetzt sagte er über den US-Außenminister John Kerry, er respektieren dessen "Geduld und Hingabe“.

Diese könne einen neuen Deal zwischen Russland und den USA ermöglichen – unter Einbezug der Türkei, die seit ihrem Einmarsch im Norden Syriens vergangene Woche zu den wichtigen Parteien auf dem syrischen Schlachtfeld zählt.

Wie die Abmachung zwischen den Staaten, die vorgeben, Syrien befrieden zu wollen, aussehen könnte, ist derzeit offen.

Lösung in Syrien dürfte schwierig werden

Denn die Vorzeichen sind denkbar schlecht: Russland war im vergangenen September in den Konflikt eingestiegen, um das syrische Regime des Präsidenten Bashar al-Assad zu unterstützen. Dessen Sturz galt lange als wichtiges Ziel der US-Außenpolitik.

Auch die Türkei hatte lange an der Idee festgehalten, die Zukunft Syriens ohne Assad gestalten zu wollen. In den vergangenen Wochen häuften sich jedoch die Anzeichen, Ankara könnte von dieser Maxime abweichen.

Erst heute äußerte der türkische Außenminister Binali Yildirim vor dem türkischen Kabinett, die Türkei wolle in Zukunft wieder verstärkt auf ein Bündnis mit Ägypten und Syrien setzen. Ähnliches hatte die türkische Regierung bereits vor wenigen Wochen verlauten lassen – und damals sogar nicht ausgeschlossen, die Partnerschaft mit Assad wiederzubeleben.

"Die Gespräche sind sehr schwierig“, sagte Putin in Hinblick auf die Differenzen. Eines der großen Probleme sei, dass Russland, ebenso wie die USA darauf poche, "den so genannten gesunden Part der Opposition von den radikalen Gruppen und Terrororganisationen zu differenzieren.“

Putin setzt Erdogan unter Druck

Der russische Präsident könnte damit Erdogan einen Wink geben. Der kooperiert bei seinen Operationen im Norden Syriens mit dschihadistischen Rebellen, wie etwa der Miliz Ahrar al-Sham.

Und auch die USA arbeiteten in Vergangenheit bereits mit Gruppierungen zusammen, die wiederum in Verbindung mit Dschabhat Fatah al-Sham stehen. Einer Gruppe, die aus Al-Kaida hervorgegangen ist.

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(cho)