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Muslima verweigert Junge-Union-Chef den Handschlag - der kontert in einem Interview

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ZIEMIAK ILLNER
Muslime verweigert CDU-Politiker den Handschlag: Das steckt dahinter | Screenshot ZDF
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  • Eine Muslima hatte dem JU-Politiker Paul Ziemiak vor der Sendung von Maybrit Illner den Handschlag verweigert
  • In einem Interview erzählt Ziemiak, was hinter dem vermeintlichen Eklat steckte

Es war der Aufreger des Abends bei Maybrit Illner. Dabei geschah alles schon vor der Sendung: Die muslimische Publizistin Khola Maryam Hübsch verweigerte dem Vorsitzenden der Jungen Union, Paul Ziemiak, beim Kennenlernen den Handschlag.

In einem Interview mit "Focus Online" erzählt der Jungpolitiker, wie es zu dem Eklat kam.

Statt Händegeben nur Kopfschütteln

Als Ziemiak im Studio ankam, machte er eine Begrüßungsrunde. Bei Hübsch angelangt, stellte er sich ihr vor und reichte ihr die Hand. "Doch sie gab mir durch Kopfschütteln zu verstehen, dass sie mir nicht die Hand geben wollte. Das war eindeutig“, beschrieb er den Moment, der für viel Aufregung sorgte.

In der Sendung wollte Ziemiak den verweigerten Handschlag nicht ansprechen. Erst Hübsch eigene Aussagen in der Sendung hätten ihn dazu gebracht.

Mehr zum Thema: Eklat vor Illner-Sendung: CDU-Politiker gerät mit Muslima aneinander

Hübsch pochte während der Sendung darauf, dass es in der Realität kein distanzierendes Verhalten von Muslimen gegenüber Andersgläubigen gebe. Daraufhin konfrontierte Ziemiak sie mit ihrem eigenem Verhalten. "Mit einem Verhalten, mit dem ich und viele Menschen in Deutschland nichts anfangen können“, sagte der JU-Politiker im Interview.

Drohnachrichten nach der Sendung

Ziemiaks eigene Aussagen blieben nicht ohne Konsequenzen. Im Nachgang der Sendung habe er viele Nachrichten erhalten – "zum Teil mit heftigem Inhalt.“

Statt ihm die Hand zu verweigern, hätte man ihn anspucken sollen, wäre etwa in einer Zuschrift gestanden. Positive Reaktionen hätten ihn allerdings auch erreicht.

"Es ist befremdlich, wenn eine Frau einem Mann nicht die Hand gibt"

Im Interview appellierte Ziemiak nochmals an Muslime, sich anzupassen: "Natürlich haben wir die Religionsfreiheit. Aber ein Stück Anpassung schadet der Integration nicht, im Gegenteil."

Der dpa gegenüber legte Ziemiak noch einmal nach: "Ich finde es befremdlich, wenn eine Frau einem Mann nicht die Hand gibt, weil er ein Mann ist."

Handschlag bleibt sensibles Thema

Mit dem Handschlag ist es so eine Sache. Es ist nicht das erste Mal, dass es wegen einem verweigertem Handschlag einen Aufruhr gab.

An einer Berliner Schule hatte ein Imam einer Lehrerin nicht die Hand gegeben. In diesem Fall hatte sich allerdings die Schule bei dem Imam entschuldigt. Der Handschlag bleibt eine polarisierende Geste.

Ein junger Muslim rechnet mit Sachsen ab

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(lp)