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17 Geheimnisse, die Supermarkt-Kassiererinnen dir nicht verraten

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KASSIERERIN
Kassiererin im Supermarkt | Getty
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Obwohl sie uns fast täglich begegnen, wissen wir fast nichts über Kassiererinnen. Schlimmer noch: Manch einer hat weder ein "Hallo" noch ein "Danke" für die Menschen übrig, die ihnen das Wechselgeld in die Hand geben.

Doch es lohnt sich, mehr über die Menschen am Kassenband zu erfahren. Hier sind 17 Geheimnisse, die Kassiererinnen euch nicht verraten:

1. Sie erleben Menschen in ihren schwächsten Momenten

Es kommt leider nicht selten vor, dass Kunden nicht genug Geld dabei haben, um ein paar wenige Lebensmittel zu bezahlen. Es ist sehr schwer dabei zuzusehen, wie Menschen beschämt darum bitten, die Butter doch wieder abzuziehen, weil das Kleingeld nicht reicht.

2. Sie sitzen nicht einfach "nur" an der Kasse - die Arbeit erfordert viel Konzentration

"Ständige hohe Konzentration braucht man an der Kasse im Supermarkt, damit alles ordentlich abläuft. Mein Respekt vor unseren Kassiererinnen ist jetzt noch höher!", schrieb Bundestagsabgeordneter Philipp Murmann, nachdem er eine Edeka-Filiale besucht hatte.

Tatsächlich sollen Kassiererinnen alle zweieinhalb Stunden eine Pause machen, ansonsten steigt ihre Fehlerquote.

3. Sind sind nicht scharf drauf, dich auf irgendwelche Rabattaktionen aufmerksam zu machen

Im Supermarkt kommen die verschiedensten Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten und Problemen zusammen. "Je voller es ist, umso geballter die Ladung menschlicher Macken, Tragödien und Abgründe, die gemeinsam mit ihren Waren an die Kasse kommen", schreibt Ulrike Sterblich in einem Gastbeitrag für die Huffington Post.

"Und ihnen allen, jedem Einzelnen davon, egal wie sehr [die Kassiererin] auch schon von weitem sehen kann, dass dies nicht der Moment dafür ist, jedem muss sie die Frage stellen: "Möchten Sie unsere Kundenkarte testen?" Willkommen im Albtraum.

4. Egal, wie genervt ihr seid - eine Kassiererin KANN nicht einfach so die Kasse öffnen, um Geld zu wechseln

Die Kassen sind meist mit einem Code verschlossen, den die Kassiererin selbst nicht hat. Die Kasse öffnet sich nur, wenn vorher Ware gescannt wurde und die Kassiererin auf "Bezahlen" drückt. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme, damit niemand Geld aus der Kasse stehlen kann. Die Kassen lassen sich nur mit dem Code oder dem Storno-Schlüssel öffnen, den nur die Kassenaufsicht hat.

5. Sie sehen Dinge, die sie lieber nicht sehen würden

Es kommt regelmäßig vor, dass noch spät abends Kinder in den Supermarkt kommen, die Lebensmittel für ihre Eltern einkaufen. Oft sehen sie aus, als hätten sie schon lange nicht mehr gebadet und manchmal haben sie ein noch kleineres Geschwisterchen an der Hand. Es ist schwer, mit solchen Schicksalen konfrontiert zu werden, ohne etwas dagegen ausrichten zu können.

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6. Sie müssen viele Jobs auf einmal erledigen

Als Lidl den 11-Euro-Stundenlohn einführte, kommentierte ein Nutzer auf Facebook:

"Putzkraft, Kassierkraft, Lagerkraft, Logistikkraft, Backkraft, Regalauffüllkraft - alles in Einem für 11,00 Euro"

Ja, Kassiererinnen müssen Allround-Talente sein. Und das ist mitunter ziemlich anstrengend.

7. Es herrscht eine ständige Angst, dass Geld in der Kasse fehlt

"Die Kunden sagen einem nur, wenn man zu wenig rausgegeben hat. Wenn es mal zu viel war, gehen sie, ohne sich was anmerken zu lassen und freuen sich dann diebisch im Auto", sagte die ehemalige Kassiererin Ilona B. der Huffington Post am Telefon.

Doch wenn bei Feierabend auch nur kleine Beträge in der Kasse fehlen, gibt es Ärger und immer die Warnung, dass das fehlende Geld vom Lohn abgezogen werden könnte.

8. Ihre Lieblingskunden sind Rentner

In der Serie "Wie ich euch sehe" der "Süddeutschen Zeitung" schreibt eine Kassiererin:

"Die liebsten Kunden sind mir die Opas und Omis. Auch wenn die meisten berufstätigen Menschen das nicht glauben wollen: Die Alten kommen meistens dann, wenn nicht so viel los ist. Sie sind unsagbar entspannt und plaudern auch mal mit mir. Und die Studenten, die sind auch immer nett."

9. Wenn sie selbst einkaufen gehen, sieht das ungefähr so aus:

supermarkt nummern

Kassiererinnen haben die Nummern für jedes Obst und Gemüse im Sortiment im Kopf - so können sie die Kunden viel schneller bedienen. Allerdings lassen sich die Zahlencodes nicht so einfach ausblenden, wenn sie dann selbst mal einkaufen gehen.

10. Sie arbeiten hart, bekommen aber kaum Respekt für ihre Leistung

Die Arbeit in Supermärkten ist anstrengend. Sowohl körperlich - durch das nicht enden wollende Auffüllen der Regale - als auch geistig: Den ganzen Tag freundlich zu unhöflichen Kunden sein, erklären, warum man selbst nichts dafür kann, dass die Wurst schon wieder teurer geworden ist, sich konzentrieren, damit die Kasse am Ende des Tages stimmt.

Ganz ehrlich: Der Job ist kein Spaziergang. Doch von Respekt für ihre Arbeit können Kassiererinnen nur träumen.

11. Sie werden ständig überwacht

Die Kameras im Supermarkt überwachen nicht nur die Kunden, sondern auch die Kassiererinnen. Seit vor ein paar Jahren herauskam, dass fast alle deutschen Supermärkte ihre Mitarbeiter bespitzelt hatten, sind zumindest versteckte Kameras aus den Filialen verschwunden. Trotzdem: Das Gefühl der Überwachung bleibt.

12. Vor allem Discounter gehen offenbar schlecht mit ihren Mitarbeitern um

In einem Interview mit dem "Spiegel" hat kürzlich ein Ex-Manager über die Arbeitsbedingungen von Discountern ausgepackt. Michael Fischer hat bei verschiedenen Discountern gearbeitet: Penny, Norma und zuletzt bei Lidl.

Im "Spiegel"-Interview berichtet Fischer von der "Filial-Phase", die ihm besonders im Gedächtnis geblieben ist. Dabei handele es sich um reine Schikane. Es gehe darum, "Leute zu brechen“, erzählt Fischer. "Die müssen erst mal im Schlamm liegen, die müssen fertiggemacht werden – und wenn sie es überleben, dann behalten wir sie“, habe ein Vorgesetzter mal zu ihm gesagt.

13. Sie haben oft Angst um ihren Job

Immer wieder verlieren Supermarkt-Angestellte aus absurden Gründen ihren Job. Anfang des Jahres ging ein Rechtsstreit zwischen einer Kassiererin und dem Discounter Netto zu Ende. Die Mitarbeiterin hatte eine fristlose Kündigung erhalten, nachdem ein Kunde in einer Email behauptet hatte, ein Bonbon sei aus ihrem Mund auf seine Einkäufe gefallen. Später stellte sich heraus, dass die Kassiererin an dem betreffenden Tag gar nicht gearbeitet hatte.

Supermarkt-Mitarbeiter sind aber auch schon entlassen worden, weil sie abgelaufene Lebensmittel mit nach Hause genommen hatten. Schlagzeilen machte 2009 auch der Fall einer Berliner Supermarkt-Kassiererin, die nach 30 Jahren ihren Job verlor, weil sie angeblich zwei Pfandbons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen hatte.

14. Viele Kassiererinnen sind gar nicht bei den Geschäften angestellt

Immer häufiger sind die Kassenkräfte bei einem externen Subunternehmen angestellt. Diese Firmen übernehmen alles, was mit dem Kassenpersonal zu tun hat: Verträge, Versicherung, Bezahlung. "Als wir noch bei Real waren, bekamen wir zehn Euro die Stunde, seit die andere Firma das übernommen hat, soll es nur noch Mindestlohn sein", sagte Ilona B. der HuffPost.

15. Sie müssen damit rechnen, bedroht zu werden

Nicht wenige Supermarkt-Angestellte sind schon einmal ausgeraubt oder sogar mit Waffen bedroht worden. Auch aggressiven Kunden gegenüber sind sie oft hilflos ausgeliefert.

16. Manchmal werden sie zu Heldinnen des Alltags

Als Ashley Holmes aus Australien mit ihren Söhnen bei Aldi einkaufte, bekam einer der beiden einen heftigen Wutanfall. Doch anstatt ihr einen bösen Blick zuzuwerfen wie alle anderen Kunden, beschloss eine Aldi-Mitarbeiterin, sie zu unterstützen. Sie schenkte der Mutter einen Strauß gelber Rosen und sagte: "Wir dachten, die haben Sie verdient."

17. Sie müssen damit rechnen, dass du ein Testkäufer bist

Jeder Kunde, den sie bedienen, kann ein Testkäufer sein. Verhalten sie sich nicht so, wie der Arbeitgeber es verlangt, ist das ein Kündigungsgrund. Deshalb müssen einige Kassiererinnen zum Beispiel in die Eierkartons gucken - sie sind ein beliebtes Versteck für Diebesgut.


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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

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(lp)