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Finnische Regierung will Grundeinkommen testen - aber anders, als viele dachten

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HAPPY PEOPLE FINLAND
Woman sitting on pier on mountain lake | Sitikka via Getty Images
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  • Finnland macht beim bedingungslosen Grundeinkommen ernst
  • 2017 startet das skandinavische Land eine Testphase
  • 2000 zufällig ausgewählte Finnen sollen monatlich 560 Euro erhalten

Finnland geht einen bislang einzigartigen Schritt. Als erster europäischer Staat will das skandinavische Land das bedingungslose Grundeinkommen in einem Pilotprojekt testen.

560 Euro für die Testpersonen

Doch anders als gedacht sollen zunächst nicht Zehntausende Finnen in den Genuss des bedingungslosen Grundeinkommens kommen. Die Regierung will ab Januar 2000 zufällig ausgewählte Bürger im erwerbstätigen Alter mit 560 Euro pro Monat beglücken. Vor einigen Monaten war noch eine sehr viel höhere Summe diskutiert worden.

Der Test fällt also kleiner aus, als gedacht.

Der Grund? Viellicht die wirtschaftliche Lage des Landes.

Der Staat steckt bereits seit 2012 in einer tiefen Rezession. Mit der Einführung des "Money for nothing" will die Regierung eigentlich Staatsausgaben und Bürokratie einsparen. Dennoch muss das Geld erst einmal aufgewendet werden.

Auch eine Vereinfachung des komplexen finnischen Sozialsystems soll so gelingen. Das bedingungslose Grundeinkommen soll zukünftig einmal staatliche Zuschüsse überflüssig machen.

Die Regierung erhofft sich zudem einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Das staatlich verordnete Zusatzgehalt soll Arbeitslose dazu ermuntern, auch weniger gut bezahlte Jobs anzunehmen.

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Die nun vorgeschlagene Testsumme von monatlich 560 Euro klingt vergleichsmäßig bescheiden. Ein durchschnittlicher Haushalt in Finnland gibt jeden Monat rund 3000 Euro aus. Einen Gesetzentwurf für die Testphase will die Regierung bis zum 9. September vorlegen.

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(sk)