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Anja Reschke zur Flüchtlingskrise: "Stolz auf das, was geschafft wurde"

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ANJARESCHKE
"Panorama"-Moderatorin Anja Reschke | Panorama
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  • Vor einem Jahr sagte Angela Merkel ihren Satz "Wir schaffen das"
  • Heute wird sie dafür heftig kritisiert
  • "Panorama"-Moderatorin Anja Reschke ist das zu simpel

Zurzeit wird viel Bilanz gezogen. Vor einem Jahr sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihren berühmten Satz "Wir schaffen das". Oft mischt sich in diese Rückblicke in der Presse viel Häme. Schließlich ist die Flüchtlingskrise noch lange nicht bewältigt.

"Panorama"-Moderatorin Anja Reschke sieht das anders. Im August letzten Jahres sprach sie in den "Tagesthemen" einen Kommentar, in dem sie aufforderte, gegen rechte Hetzer den Mund aufzumachen.

Der Beitrag wurde viele tausend Male auf Facebook geteilt und machte sie zu einer Art Gewissen der Nation. Ihre Bilanz ein Jahr später: Wir sollten stolz darauf sein, was Deutschland im letzten Jahr geschafft hat.

Reschke konnte sich nicht vorstellen, dass die Debatte noch mehr verrohen könnte

Ihre Kamerateams hätten in Freital Demonstranten interviewt, die Flüchtlinge als "Dreck" bezeichnet hätten. Sie habe sich damals nicht vorstellen können, dass der Umgang noch mehr verrohen könne, sagt sie.

"Flüchtlinge werden heute oftmals unisono als Kriminelle, Vergewaltiger, Sozialschmarotzer abgestempelt, als Menschen, die Deutschland schaden und die man hier nicht haben will. Überall sind solche unsäglichen Kommentare zu finden. Als wäre das selbstverständlich."

Heute traue man sich kaum, zuzugeben, dass einem das Schicksal von Flüchtlingen ans Herz gehe, sagt sie. Dann würde man als "Willkommensklatscher" verlacht und als "linker Gutmensch" verhöhnt.

"Was ist Merkel verhauen worden für ihren Satz"

"Vor einem Jahr - fast auf den Tag genau- hat Angela Merkel gesagt: 'Wir schaffen das'. Was ist sie verhauen worden dafür. Ganz ehrlich, haben wir es denn nicht geschafft? Ist dieses Land im Chaos versunken? Nein."

Tatsächlich habe unser Land aber sehr viel geschafft.

"Aber vielleicht sollte man seinen Blick mal darauf richten, WAS geschafft wurde: Dass Deutschland als einziges großes Land in Europa nicht dichtgemacht hat, dass es sich human gezeigt hat, dass Tausende Mitarbeiter in Behörden und Verwaltungen über sich hinaus gewachsen sind und es bewältigt haben, Hunderttausende Flüchtlinge unterzubringen und zu versorgen."

Reschke ruft dazu auf, stolz zu sein, was Deutschland im letzten Jahr vollbracht habe: "All jenen Nörglern zum Trotz, die nur in ihren Sesseln sitzen und nichts tun als motzen. Wenn man schon stolz sein will auf Deutschland, dann doch darauf, was geschafft wurde."

Den ganzen Beitrag könnt ihr hier sehen:

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