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Toter Flüchtlingsjunge: Ein Jahr nach Aylans Tod hat sein Vater eine eindringliche Botschaft an die EU

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VATER AYLAN
Abdullah Kurdi, der Vater des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan | dpa
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  • Der Vater des toten Flüchtlingsjungen Aylan hat die EU-Flüchtlingspolitik kritisiert
  • Abdullah Kurdi zeigte sich enttäuscht, dass Europa noch immer zu wenig unternehme, um das Sterben zu stoppen
  • Sein dreijähriger Sohn war vor einem Jahr auf dem Mittelmeer ums Leben gekommen

Der Vater des verunglückten syrischen Flüchtlingsjungens Aylan, Abdullah Kurdi, hat zum Jahrestag der Tragödie die europäische Flüchtlingspolitik kritisiert.

Abdullah Kurdi sagte der "Bild"-Zeitung: "Die Politiker haben nach dem Tod meiner Familie gesagt: Nie wieder! Alle wollten angeblich etwas tun wegen des Fotos, das sie so berührt hat. Aber was passiert denn jetzt? Das Sterben geht weiter und keiner tut etwas."

Das Foto des toten Aylan an der Küste von Bodrum ging am 2. September 2015 um die Welt. Kurdi verlor neben Aylan einen weiteren Sohn und seine Frau, nur er überlebte damals das Unglück bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland.

Kurdi lebt mittlerweile im Irak

Kurdi, der mittlerweile im irakischen Erbil in einem von der kurdischen Regierung bereitgestellten Haus wohnt, kritisiert insbesondere die Situation auf dem Mittelmeer vor Libyen.

"Ich kann diese Bilder, die mich an unseren Horror erinnern, kaum ansehen", sagte er der Zeitung. "Wie ist es möglich, dass diese Dramen immer und immer wieder passieren?"

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Der Syrer hält daran fest, dass Bilder wie die seines toten Sohnes in der Öffentlichkeit gezeigt werden sollten. "So etwas muss gezeigt werden, um den Menschen deutlich zu machen, was passiert", sagte er der "Bild".

"Der Horror in Syrien muss endlich aufhören"

"Aber viel verändert hat das Foto nicht. Der Horror in Syrien muss endlich aufhören. Und die Katastrophen bei der Flucht."

Sechs Monate nach Aylans Tod waren im März die zwei Schleuser des Flüchtlingsbootes, in dem die Familie saß, zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt worden.

Von dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung sprach das Gericht die beiden Männer aber frei. Die Staatsanwaltschaft hatte jeweils bis zu 35 Jahre Haft gefordert.

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(bp)