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HD164595: Ein Signal von diesem Stern versetzt Astronomen in Aufregung

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  • Seti-Forscher haben mit einem Radioteleskop ein ungewöhnliches Signal aufgezeichnet
  • Es stammt aus einem Sternensystem, in dem Leben möglich sein könnte
  • Jetzt wollen sie überprüfen, ob das Signal künstlicher Natur war - oder nur eine Interferenz

Seit mehr als 50 Jahren suchen Astronomen des Seti-Instituts ("Search for Extraterrestrial Intelligence") nach Funksignalen außerirdischer Zivilisationen - bisher erfolglos. Doch jetzt stießen die Forscher auf ein Signal, das sie in helle Aufregung versetzt.

Vom Stern HD 164595 kam am 15. Mai 2015 ein Radiosignal, das vom russischen Radioteleskop Ratan-600 aufgezeichnet wurde. Es war so stark, dass Forscher die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es künstlich erzeugt gewesen war.

Zudem stammt es aus einem Sternensystem, in dem Leben möglich sein könnte. HD 164595 ist etwa 95 Lichtjahre entfernt und ein paar Milliarden Jahre älter als die Sonne, hat aber etwa die gleiche Helligkeit und Größe.

Astronomen weltweit sind in Aufregung

Es ist bekannt, dass um den Stern ein Gasriese von der Größe des Neptuns kreist. Dort könnte kein Leben entstehen. Aber es könnte sein, dass es weitere, kleinere Fels-Planeten gibt, auf denen Leben möglich wäre.

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Signal von Aliens stammt, verschwindend gering. Doch Astronomen auf der ganzen Welt sind trotzdem in heller Aufregung.

Mehr dazu: Aliens? So wird nach außerirdischem Leben gesucht

Douglas Vacoch, der Präsident von METI International, sagte dem TV-Sender CNN: "Das Signal ist spannend, weil es aus der Umgebung eines sonnenähnlichen Sterns kommt. Und wenn es künstlichen Ursprungs ist, ist seine Stärke so groß, dass es offensichtlich von einer Zivilisation stammt, die über weit mehr Fähigkeiten als die Menschheit verfügt."

Seth Shostak, ein Astronom am SETI-Institut in Kalifornien, zieht zwei Möglichkeiten in Betracht, falls das Signal tatsächlich künstlich ist. Zum einen könnten die Außerirdischen einen Sender gebaut haben, der in alle Richtungen strahlt.

Der würde allerdings einen Energieverbrauch in Watt haben, den man mit einer 10 mit 20 weiteren Nullen beschreiben müsste, erklärt er dem Astronomie-Magazin "New Sientist". Das wäre hundert Mal mehr Energie, als durch die Sonne auf die Erde fällt.

Passend zum Thema: NASA TV: Live-Stream aus dem Weltall

"Das ist kein Schüler-Projekt"

ratan600
Das Radioteleskop RATAN-600 in Russland fing das ungewöhnliche Signal auf

Sollte ET allerdings versuchen, uns direkt anzusprechen, wäre der Energieverbrauch geringer. Würde der Sender nur in unsere Richtung strahlen, wäre nur eine Wattzahl notwendig, die durch eine 10 mit dreizehn Nullen dargestellt werden könnte.

Das sei mehr oder weniger der Energieverbrauch der gesamten Menschheit. "Alle Autos, Flugzeuge, Elektrogeräte, alles", so Shostak. "Das ist kein Schüler-Projekt."

Eine solche Zivilisation müsste so fortgeschritten sein, dass sie die Energie ihres Sterns zu direkt anzapfen könne. Bislang sind das aber nur Vermutungen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass das Signal nur eine Interferenz war.

In einem Statement schreibt Shostak, es gehe nun darum, das Radiosignal für eine Dauer von mehreren Stunden erneut aufzuspüren. Bis das gelungen sei, "können wir nur sagen, dass es sehr interessant scheint“.

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(lk)