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Amazon: Was ist eigentlich ein "Dash-Button"?

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Amazon bietet nun "Dash-Buttons" | Mike Segar / Reuters
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Der Online-Versandriese Amazon will mal wieder das Einkaufen revolutionieren. Seit Mittwoch gibt es auch in den Deutschland die sogenannten "Dash-Buttons" - kleine Geräte, die im Wesentlichen aus einem Knopf bestehen. Sie sollen helfen, dass Dinge des alltäglichen Gebrauchs schneller zum Kunden kommen. Sagt Amazon. Datenschützer warnen: Dem Handelsriesen geht es nur um die Daten.

Wie funktionieren die "Dash-Buttons"?

Ein Druck auf den "Das-Button" genügt, um ein vorab per App festgelegtes Produkt zu bestellen. Die "Dashs" können direkt dort hingeklebt werden, wo Verbrauchsgüter zur Neige gehen - etwa an die Waschmaschine, um mit einer Fingerbewegung neues Waschpulver nachordern zu können. Amazon-Prime-Kunden sollen ihre Bestellung dann am folgenden Tag frei Haus erhalten.

Was kostet der Service für Alltagsprodukte?

Damit ist Online-Shopping so undigital und gleichzeitig so einfach wie nie zuvor. Und genau das ist wohl auch der Plan des Handelsriesen: Bislang dürfte die Zahl der Deutschen, die Alltagsprodukte online bestellen, eher klein sein. Das soll sich wohl ändern.

Zum Start des Systems bietet Amazon Dashs für 32 verschiedene Produkte und Hersteller an. Etwa für Geschirrspültabs, Tierfutter, Kaffee, Rasierklingen oder auch Kondome. Die Buttons kosten 4,99 Euro pro Stück - der Preis soll aber bei der ersten Bestellung erstattet werden.

Amazon versucht auch im Serien-Geschäft, innovative Wege zu gehen. Welchen Star der Versand-Riese für sein neuestes Projekt gewonnen hat, erfahren Sie bei Clipfish

Was sagen Kritiker - zum Beispiel zum Datenschutz?

Allerdings melden sich auch schon erste Kritiker und warnende Stimmen zu Wort. So sei etwa Vorsicht geboten, weil der aktuelle Preis der bestellten Ware erst nach dem eigentlichen Bestellvorgang in der zugehörigen Smartphone-App sichtbar werden.

Auch lege man sich sehr stark auf ein Produkt eines bestimmten Herstellers fest. Ein weiteres Thema ist - mal wieder - Datenschutz. So erklärte Boris Hedde vom Institut für Handelsforschung dem NDR, Amazon gehe es vorrangig um Datengewinnung.

Was passiert, wenn Kinder immer wieder auf den "Dash-Button" klickt?

"Näher dran am Kunden als jetzt geht nicht mehr. Amazon bekommt im täglichen Fokus mit, was sich für ein Bedarf ergibt. Das heißt, in die Zukunft gesprochen kann es sein, dass Amazon mir schon Waren vor die Tür legt, bevor ich sie überhaupt bestellt habe", sagte Hedde.

Im Hinblick auf ein anderes Problem hat Amazon immerhin vorgesorgt: Dauerklickende Kinder oder Haustiere werden wohl keinen Dash-Nutzer ruinieren. Angeblich wird jeweils nur eine Bestellung aufgenommen - offen ist der Bestellkanal dann erst wieder, wenn die Lieferung den Besteller erreicht hat.

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(cho)