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Ein 16-Jähriger entwickelt eine Behandlung gegen eine der tödlichsten Krankheiten für Frauen

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Der 16-jährige Krtin Nithiyanandam hat eine Methode entdeckt, mit der möglicherweise eine Form von Brustkrebs erfolgreich behandelt werden könnte, die bisher fast immer zum Tod geführt hat.

Wie das indische Nachrichtenportal “thebetterindia.com“ berichtet, handelt es sich bei der Erkrankung um das sogenannte dreifach negative Mammakarzinom.

Diese Krebsart spricht nicht auf medikamentöse Behandlung an und wird daher mit einer unangenehmen Kombination aus Operationen, Bestrahlung und Chemotherapie behandelt.


Nach der Diagnose besteht bislang oft wenig Hoffnung

Nithiyanandam hat sich näher mit diesem aggressiven Brustkrebs beschäftigt und geht in seiner Forschung von zwei unterschiedlichen Formen dieses Karzinoms aus: der differenzierten Form und der undifferenzierten Form.

Die differenzierte Form produziert nicht allzu aggressive Zellen, die den gesunden Zellen ähnlich sind und sich langsam vermehren. Die undifferenzierte Form hingegen führt zu einer Rückbildung der gesunden Zellen, sodass diese nicht mehr als Brustgewebe erkennbar sind. Sie breiten sich schnell aus und führen zu Krebs.

Im Interview mit der britischen Tageszeitung "Telegraph“ sagte der 16-Jährige: "Die Prognose für Frauen mit undifferenziertem Brustkrebs ist sehr schlecht."

Daher will der junge Forscher die Krebszellen in einen Zustand versetzen, in dem sie behandelt werden können.

Mehr Informationen über das dreifach negative Mammakarzinom erhaltet ihr auf Senolog.de, einem Portal zur Brustgesundheit.

Das ID4 ist der Schlüssel bei der Krebsbehandlung

Der Schlüssel für eine Behandlung ist das sogenannte ID4-Protein (Hemmstoff des DNA-Bindungsproteins 4). Dieses behindere Nithiyanandam zufolge die Differenzierung von Krebsstammzellen.

Folglich müsse, damit eine Differenzierung der Krebszellen möglich werde, das ID4-Protein blockiert werden. Genau das ist dem jungen Forscher gelungen.

Es könnte eine wichtige Erkenntnis sein. Denn während man bei vielen anderen Brustkrebsarten auf eine Hormontherapie setzen kann, ist das hier nicht möglich.

Denn die Zellen des Mammakarzinoms besitzen keine Hormon-Rezeptoren. Nithiyanandams Überlegungen könnten helfen, trotzdem eine medikamentöse Behandlung des Tumors zu entwickeln.

Bereits zuvor hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung des australischen Garvan Institute of Medical Research in Sydney ähnliche Erkenntnisse zu diesem Brustkrebs gesammelt. Eine davon ist: Wenn das Gen ID4 in den Zellen blockiert wird, werden andere Gene in der Zelle aktiviert. Die Zelle spezialisiert (also differenziert) sich dadurch.

Das Forschungsteam hat seine Ergebnisse auf dem Wissenschaftsportal "Nature" veröffentlicht.

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Internationale Anerkennung von Nithiyanandam

Nithiyanandam kam für seine Forschung und die Idee zur Behandlung dieses Mammakarzinoms in die engere Auswahl für das "Big Bang Fair Programm". In Rahmen dessen werden junge Wissenschaftler aus ganz Großbritannien und deren Forschung regelmäßig ausgezeichnet.

Der gebürtige Inder, der mit seinen Eltern in Großbritannien lebt, wurde schon einmal für einen renommierten Forschungspreis nominiert. Erst vergangenes Jahr überzeugte er beim Forschungswettbewerb "Google Science Fair" mit Überlegungen zur Alzheimer-Krankheit.

Ein von ihm entwickelter Test könnte die Alzheimer-Krankheit feststellen, Jahre bevor eine klinische Diagnose möglich ist.

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(cho)