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Was Eltern von kreativen Kindern besser machen

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CREATIVE
Im Matsch spielen zu dürfen, fördert die Kreativität unserer Kinder. | iStock
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Beim Malen, Basteln und Spielen zeigen Kinder ihre ganze Fantasie – und lernen für ihr Leben. Die Kreativität von Kindern ist einmalig und doch stellen sich Eltern häufig die Frage: "Was können wir tun, um unseren Nachwuchs noch besser zu unterstützen?"

Denn die kindliche Kreativität, da sind sich alle Experten einig, sollte unbedingt gefördert werden. Wenn Kinder eigene Ideen einbringen können, entwickeln sie ein hohes Selbstwertgefühl.

"Kinder spüren, wenn sie selber etwas vollbracht haben, und das stärkt ihre Identität", erklärt der Kunstpädagoge Georg Peez auf dem Onlineportal "Baby und Familie". Von ihrem kreativen Schaffen profitieren Kinder ihr ganzes Leben.

Kreativität muss gefördert werden

Mehrere Studien zeigen, dass Kinder durch basteln und malen nicht nur kreativer werden, sie können sich auch sprachlich besser ausdrücken, haben ein größeres mathematisches Verständnis und bewältigen Probleme einfacher.

Zudem sorgen die kleinen Erfolgserlebnisse beim kreativen Werkeln für Glücksgefühle bei den Kindern – und stärken ihren Drang zu lernen.

Das sind die Geheimnisse von Eltern kreativer Kinder:

1. Sie lassen ihren Kindern viel Freiraum

Kinder brauchen Zeit und Raum, um sich zu entfalten. Ein zu enges Freizeitprogramm beschränkt die Kleinen in ihrer kreativen Entwicklung. Studien haben ergeben, dass bereits mit der Einschulung die Kreativität von Kindern sinkt.

Statt den Nachwuchs also vom Musikunterricht, übers Kinderyoga zum Englischkurs zu treiben, ist es sinnvoller, ihm Zeit für Langeweile zu geben.

"Nur durch Freiräume entsteht Platz für Kreativität. Kinder brauchen Zeit, um sich inspirieren zu lassen", erklärt Kinderbuchautorin Brigitte Wilmes-Mielenhausen.

2. Sie stellen ihren Kindern geeignetes Material zur Verfügung

Gute Nachrichten: Spielzeug für kreative Kinder muss nicht teuer sein. Am besten und förderlichsten für die Kreativität ist es nämlich, wenn die Kleinen mit möglichst unfertigen Materialien spielen.

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Einfache Bauklötze, eine Matschpfütze oder Spielzeugfahrzeuge fordern die Kreativität am meisten, da sie Raum für Interpretation bieten – die Kinder können damit am besten experimentieren. Eine gute Fundgrube für Kreativ-Spielzeug ist deshalb die Natur. Natürliche Materialien regen die kindliche Fantasie besonders an.

3. Sie sind gelassener

Eltern von kreativen Kindern sind gelassene Zeitgenossen – ihre Kleinen dürfen im Matsch spielen und die dreckige Hose spielt in dem Moment keine Rolle. Wenn der Jüngste beim Backen den Küchentisch mit Mehl bestäubt, er aber die tollsten Plätzchen seines Lebens zaubert, dann bekommen diese Eltern keinen Schreikrampf.

Denn sie wissen: Kinder müssen möglichst viel allein machen, auch wenn dabei einiges schief geht. Gerade beim Malen machen Erwachsene oft Korrekturvorschläge, um die Zeichnung zu verbessern. "Eine Kinderzeichnung hat aber nicht die Funktion, schön zu sein. Das Kind will im Zeichnen Klärungen und Sinnzeichen für das finden, was es beschäftigt", sagt Peez.

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Kinder produzieren immer wieder Ungewöhnliches. Diesen Ideenreichtum sollten Eltern zulassen und anerkennen. "Das Vernünftige lernen Kinder sowieso", sagt Peez. "Sie brauchen Eltern, die ihnen die Chance geben, aus der Norm zu fallen, und die das Originelle wertschätzen."

4. Sie achten darauf, dass ihr Kind Freunde hat

Je älter ein Kind wird, desto wichtiger wird es, dass es mit anderen Kindern Zeit verbringt. Gruppendynamiken können die Kreativität von Kinder fördern. Das Spiel in der Gruppe bietet dem Nachwuchs die Möglichkeit, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Die Fantasie unserer Kleinen wird so maximal gefördert.

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