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Bahn-Wahnsinn: Wer diesen Bahnhof in Niedersachsen betritt, zweifelt an der Menschheit

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BAD BENTHEIM
In Bad Bentheim klettern Reisende aus dem Fenster - aus einem hirnrissigen Grund | dpa
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"Es muss erst schlechter werden, bevor es besser wird.“

Der Satz stammt von Volker Pannen, dem Bürgermeister des niedersächsischen Kurstädtchens Bad Bentheim, gleich an der Grenze zu den Niederlanden.

Man muss sagen: Pannen hat Humor.

Bad Bentheimer Bahnsteigtüren zugemauert

In Bad Bentheim sind die Bahnsteige modernisiert worden. Also 40 Zentimeter höher gesetzt worden.

Ungünstigerweise steht da ein historisches Bahnhofsgebäude, das nicht erhöht worden ist. Und dessen Türen sich nun nicht mehr öffnen lassen.

Wer das Gebäude Richtung Gleise verlassen will, muss außen herumlaufen. Oder über einen Stuhl durchs Fenster steigen.

Man muss sagen: Pannen hat Sinn für praktische Lösungen.

Die Bahn findet die Lösung "absurd"

Die Sprecherin der Deutschen Bahn (DB), Sabine Brunkhorst, findet das Ganze weder lustig noch praktikabel.

"Ich halte es wegen der Unfallgefahr für völlig absurd, Leute durchs Fenster zu lassen“, meint sie. Man werde "eindringlich darauf hinweisen", dass die Reisenden ebenso sicher wie barrierefrei um das Gebäude herumlaufen sollten.

"Zeitnah" ist dann eineinhalb Jahre später

Man habe der Stadt angeboten, den neuen Bahnsteig nicht bis zum Bahnhofsgebäude zu pflastern, sondern stattdessen eine Rampe zu integrieren. Dies habe die Stadt aber mit der Begründung abgelehnt, sie werde die Anpassung am Bahnhof zeitnah nachziehen.

Damit das Bahnhofshaus umgebaut werden kann, muss die Stadt es aber erstmal an die Bentheimer Eisenbahn verkaufen. Man wartet aber noch auf Fördermittel der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LVNG) in Höhe von 1,1 Millionen Euro, damit der 3,3 Millionen teure Umbau finanzierbar wird. Bis Ende 2017 wird das laut Bürgermeister dauern.

Man muss sagen: Der Mann hat eine bemerkenswerte Interpretation des Begriffs "zeitnah".

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"Die springt auch durchs Fenster"

Zumal die Türen schon seit April zugemauert sind. Erst berichtete die Lokalpresse, in der vergangenen Woche brachte das NDR-Satiremagazin "Extra 3" einen Fernsehbeitrag in der Rubrik "Realer Irrsinn". Darin sind Senioren zu sehen, die ein Ticket ziehen, dann erst ihre Koffer durchs Fenster hieven und hinterherklettern.

Lara Wiencke, die regelmäßig von Enschede in ihre Heimat Hamburg pendelt, macht es auch so. "Ich finde es eher lustig. Mir macht das nichts aus“, sagt die Studentin. Walter Eberhard aus Nordhorn meint: "Meine Frau ist sportlicher als ich, die springt auch durchs Fenster."

Man muss sagen: Die passen gut zu ihrem Bürgermeister, die Bad Bentheimer.

UPDATE: Ursprünglich hatten wir fälschlicherweise behauptet, Bad Bentheim liege in NRW. Die Stadt liegt an der Grenze zu NRW - in Niedersachsen.

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(lk)