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Recherchen zeigen: AfD-Politiker haben Kontakte in die rechtsextreme Szene

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AFD MECKPOMM
Getty/dpa/HuffPost
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Stattlich ist dieses Herrenhaus. Rote Klinker bilden den Sockel, gelbe verkleiden Erdgeschoss und ersten Stock, dunkles Holz rahmt die Fenster. Es fügt sich hübsch in den großzügigen Park im Mecklenburgischen Elbtal, dieses Schloss Jessenitz.

Weniger illuster ist allerdings die Runde, die sich dort im Juni traf: Nach NDR-Informationen kamen dort AfD-Politiker wie Vize Alexander Gauland und Herrschaften zusammen, die man landläufig als Nazis bezeichnen würde.

Der Gastgeber: ein einschlägig bekannter Rechter

Gastgeber war demnach Schlossbesitzer Philip Steinbeck: Nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung“ einst Mitglied einer ultrarechten schlagenden Burschenschaft, später Mitarbeiter der Landtagsfraktion der rechtsextremen "Deutschen Liga für Volk und Heimat" (DLVH). Und so weiter.

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Der Zweck der ausweislich des Gruppenfotos auf der Freitreppe doch recht legeren Treffens: ein "Charityabend mit Leistungsträgern und Unterstützern der AfD", wie der AfD-Kreisvorsitzende Thomas de Jesus Fernandes dem NDR damals gesagt hatte, angeblich auch ein guter Bekannter des in der Nähe wohnenden Chefs der NPD-Landtagsfraktion, Udo Pastörs.

Das Treffen ist ein weiterer von vielen Belegen für die engen Kontakte der AfD zu Rechten.

Diverse Kandidaten der AfD
, die in Mecklenburg-Vorpommern nominiert sind, haben eine braune Vergangenheit oder braune Freunde.

"Rechtsnationale und Rassisten"

"Hinter der bürgerlichen Fassade tummeln sich Rechtsnationale, Rassisten und Menschen, die aus ihrer Verachtung gegenüber armen Menschen keinen Hehl machen", hatte der Sozialwissenschaftler Sebastian Friedrich kürzlich der Huffington Post gesagt.

An diesem Mittwoch war außerdem bekannt geworden, dass die AfD in Mecklenburg-Vorpommern künftig wohl auch Anträge der NPD unterstützen würde, wenn sie ihr zusagen – laut dem Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen ebenso wie den Antrag jeder anderen Partei, der ihnen "vernünftig" erscheint.

Wahlomat mit Rechtsdrall

Die AfD kommt in Wahlumfragen in Mecklenburg-Vorpommern derzeit auf um die zwanzig Prozent.

Auch brisant: Normalerweise erstellt die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) für solche Wahlen einen "Wahlomaten". Ein Programm, mit dem jeder Bürger testen kann, welche Partei seine Ansichten am ehesten vertritt.

Nach Medienangaben wollten CDU und SPD das aber nicht, die BNP ließ ihr Vorhaben bleiben. Dafür haben AfD-Sympathisanten einen erstellt.

Schon mal vorsorgen

Und für den Fall, dass die AfD in der Wahl nicht wie gewünscht abschneidet, trifft sie offenbar schon Vorkehrungen. Sie hat eine Belohnung von 100 Euro für Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Wahl ausgelobt.

Das erinnert schwer an die Manöver der rechten FPÖ. Die österreichischen Rechten hatten nach ihrer Niederlage eine Wiederholung der Präsidentenwahl mit Hinweisen auf angebliche Unregelmäßigkeiten vor Gericht erzwungen.

Einige FPÖ-Leute hatten zuerst unterschrieben, dass alles korrekt abgelaufen war. Um dann nach der Stimmenauszählung dann doch noch umzuschwenken.

Vor diesem Hintergrund mag man sich lieber nicht vorstellen, was Kreisverbands-Chef Fernandes dem NDR sagte, auf dem Schloss seien "zukunftsweisende Gespräche" geführt worden.

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

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(lk)