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"Team Wallraff" deckt Ekelerregendes an Autobahnraststätten auf - Betreiber Tank & Rast reagiert

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WALLRAFF
Tank & Rast: Vorwürfe gegen den Raststätten-Betreiber. | Screenshot RTL
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Abgelaufene Wurst, alter Pudding und neue Etiketten auf alter Ware: Was an Raststätten als frisch ausgezeichnet wird, muss nicht zwangsläufig auch frisch sein. Das ergab eine Recherche von "Team Wallfraff" des TV-Senders RTL.

Das Recherche-Team hatte dabei den Raststätten-Betreiber Tank & Rast unter der Lupe. Der räumte nach dem TV-Bericht nun Qualitätsmängel an einigen Stationen ein. In vier Fällen wurden auch Pächter von Raststätten abgemahnt.

"Es wurden unmittelbar Sofortmaßnahmen ergriffen, um festgestellte Mängel abzustellen und die Einhaltung der klaren Qualitätsstandards und Hygienevorgaben sicherzustellen", teilte das Unternehmen am Dienstag in Bonn mit.

Abgelaufene Wurst, Obstsalat vom Vortag

Zwei Reporterinnen des "Teams Wallraff" hatten monatelange als Servicekräfte an verschiedenen Stationen heimlich Filmaufnahmen gemacht und unter anderem dokumentiert, wie abgelaufene Wurst verkauft wurde.

Auf die Frage, was mit Wurstscheiben vom Frühstücksbuffet passieren solle, sagte ein Mitarbeiter: "Wir nehmen die Wurst noch mal für die Soljanka."

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Eine andere Servicekraft bemerkte tagelang in der Auslage stehenden Pudding: "Es prüft keiner, wie lange die hier stehen. Aber das sieht man dann schon, wenn der blubbert", sagte man ihr. Obstsalat vom Vortag wurde demnach mit Zuckerwasser übergossen, um ihn frisch aussehen zu lassen.

Tank & Rast will Pächter enger binden

Tank & Rast ist der mit Abstand größte Betreiber von Autobahn-Raststätten in Deutschland, er verantwortet 390 der insgesamt rund 435 Raststellen. Einen Großteil davon verpachtet das Unternehmen an selbstständige Unternehmer.

Anders als bei sogenannten Franchise-Systemen, wo die Partner etwa von McDonald's oder Burger King eng an die Kette gebunden sind, hätten die Tank & Rast-Partner größere Freiheiten bei der Führung ihrer Betriebe, sagte ein Sprecher.

Der Raststätten-Betreiber will bis 2017 die Pächter enger an das Unternehmen binden und auf ein "vollwertiges Franchise-System" umstellen. Details dazu nannte Tank & Rast noch nicht.

Serways und Rusticus gehören dazu

Der Konzern, der seine Anlagen auch unter dem Markennamen Serways oder Rusticus betreibt, betonte am Dienstag, bei den aufgedeckten Missständen handele es sich um Einzelfälle.

Dennoch greife man angesichts der Vorwürfe durch. "Eigene Untersuchungen zeigen, dass die große Mehrheit der Pächter sich an unsere Vorgaben hält", betonte Firmenchef Karl Rolfes.

Tank & Rast habe in den vergangenen Wochen durch Hinweise von Mängeln erfahren und zusätzliche Kontrollen veranlasst. "In vier Fällen wurden die betroffenen Pächter oder deren Verantwortliche von Tank & Rast abgemahnt", heißt es in der Mitteilung.

"Das ist ein Warnschuss", sagte ein Sprecher. Bei weiteren Verstößen sind Sanktionen bis hin zur fristlosen Kündigung der Verträge möglich. Welche Stationen abgemahnt wurden, sagte der Sprecher aber nicht.

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(sk)