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EU-Kommissar Oettinger zweifelt an EU-Austritt Großbritanniens

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Oettinger zweifelt an EU-Austritt Großbritanniens: "Würde nicht auf den Brexit wetten" | Vasily Fedosenko / Reuters
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  • Eu-Kommissar Oettinger zweifelt daran, dass Großbritannien aus der EU austritt
  • Er würde nicht auf den Brexit wetten, sagt er

Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger hält einen Verzicht Großbritanniens auf den geplanten EU-Austritt noch für denkbar. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung (Dienstag) sagte Oettinger: "Ich würde jedenfalls nicht mit hohen Einsätzen auf den Brexit wetten."

Die EU-Kommission gehe zwar davon aus, dass das Votum für den sogenannten Brexit für die britische Regierung politisch bindend sei. "Aber es kann sein, dass die öffentliche Meinung kippt, wenn sich die wirtschaftliche Lage infolge des Brexit-Votums verschlechtert", sagte Oettinger. Je länger London mit dem Austritt warte, "desto unsicherer wird die Lage – wirtschaftlich und politisch".

Finanzplanung für den Fall eines Brexit erforderlich

So könne es beispielsweise zu der kuriosen Situation kommen, dass Großbritannien noch an der EU-Wahl im Frühjahr 2019 teilnehme, wenn der Austritt bis dahin nicht erfolgt sei. "Dann säßen frisch gewählte britische Abgeordnete auch im künftigen EU-Parlament.“

Oettinger warnte davor, die EU-Nettozahler-Länder nach dem Ausscheiden des Geldgeber-Landes Großbritanniens in Zukunft stärker zu belasten.

"Wir werden in der EU-Kommission über die Finanzplanung nach dem Ausscheiden Großbritanniens reden müssen. Die verbleibenden Nettozahler-Länder noch stärker zur Kasse zu bitten, wird schwer zu vermitteln sein", sagte er der "Bild".

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