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Mit abstruser Begründung: Afghanischer Flüchtling in Bayern verliert Ausbildungsplatz

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REFUGEE HOSTEL
Flüchtling vor einem bayerischen Flüchtlingsheim | Ina Fassbender / Reuters
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  • Ein jugendlicher Flüchtling hat im bayerischen Vilshofen seinen Ausbildungsplatz verloren
  • Kunden hätten angeblich Angst vor muslimischen Handwerkern, die sich in die Luft sprengen könnten

Ein Fall auf dem bayerischen Land zeigt, welche Blüten die Terrorangst in Deutschland inzwischen treibt.

Ein 16-jähriger afghanischer Flüchtling hatte bereits eine mündliche Zusage für eine Ausbildung als Fliesenleger, als sein Arbeitgeber sie kurzfristig wieder zurücknahm.

Die Begründung des Arbeitgebers könnte abstruser nicht sein: Mit dem Argument, dass die Kunden Angst vor muslimischen Handwerkern hätten, die sich in die Luft sprengen könnten, soll der seine Entscheidung begründet haben. Das berichtet der "Vilshofener Anzeiger".

Ali ist gemeinsam mit einem Freund vor zwei Jahren von Afghanistan nach Deutschland geflohen und lebt seitdem in einem Vilshofener Heim für jugendliche und unbegleitete Flüchtlinge.

Das Warten ist das Schlimmste

Eine neue Lehrstelle zu finden, wird für ihn nicht einfach sein. Für Herbst sind bereits alle Plätze vergeben.

"Das ist so schlimm für mich. Nicht alle Muslime sind schlecht", sagte Ali dem "Vilshofener Anzeiger" als Reaktion auf seine Kündigung. Zwei Jahre lang suchte der Afghane nach einem Ausbildungsplatz.

In Kürze wird er ein Praktikum als Maurer beginnen. Einfach nur warten und nichts tun, das sei das Schlimmste, sagt er.

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