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Zahl der Flüchtlinge aus der Türkei dramatisch gestiegen: Griechenland fürchtet Plan Erdogans

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FLUECHTLINGE
Getty/Reuters/HuffPost
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  • Die Zahl der neuen Flüchtlinge auf griechischen Inseln ist nach oben geschnellt
  • Griechenland hofft, dass dahinter keine Absicht der Türkei steckt

In Griechenland ist die Zahl von illegal einreisenden Migranten aus der Türkei sprunghaft gestiegen. Zwischen Montag- und Dienstagmorgen hätten 462 Menschen von der türkischen Küste auf griechische Ägäis-Inseln übergesetzt, teilte der Stab für die Flüchtlingskrise am Dienstag in Athen mit.

Das ist die größte Zahl von Flüchtlingen und anderen Migranten, die seit Inkrafttreten des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei Anfang April an einem Tag registriert worden ist. In den vergangenen sieben Tagen zuvor waren es durchschnittlich 74 Menschen.

"Hoffentlich ist das kein Zeichen seitens der Türkei"

"Wir beobachten das Phänomen und stehen in engem Kontakt mit den türkischen Behörden", hieß es aus Kreisen des Stabes. "Hoffentlich hängt das mit dem guten Wetter zusammen und es ist kein Zeichen seitens der Türkei", sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur.

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Der Flüchtlingsdeal zwischen der Türkei und der EU sieht vor, dass die Türkei alle syrischen Flüchtlinge zurücknimmt, die illegal in Griechenland ankommen. Für jeden zurückgeschickten Syrer nimmt die EU einen anderen Syrer aus der Türkei auf.

Welche Nationalität die in den vergangenen 24 Stunden angekommenen Flüchtlinge haben, ist derzeit nicht bekannt - auf Griechenland kommen neben Syrern auch Afghanen

Flüchtlingsdeal auf der Kippe

Der Flüchtlingsdeal steht in der Praxis jedoch auf der Kippe. Die Türkei hatte mehrmals gedroht, ihn platzen zu lassen, sollte die EU Türken nicht ab Oktober Visumfreiheit gewähren. Die EU sieht jedoch die dafür vereinbarten Voraussetzungen nicht als erfüllt an.

Im August warnte Erdogan gar: "Wenn die EU die Visa-Liberalisierungen nicht genehmigt, wird Ankara die März-Vereinbarungen nicht länger respektieren."

Mitte August hatte die griechische Regierung bereits ein Ansteigen der Migrantenzahlen befürchtet und den Krisenstab eingerichtet.

Dieser Tage könnte sich zeigen: Erdogan macht ernst.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

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(lk)