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Für Flüchtlinge ist die Überfahrt über das Mittelmeer so gefährlich wie nie

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REFUGEES MEDITERRANEAN SEA
Helfer nähern sich im Mittelmeer eine Flüchtlungsboot aus Libyen | ASSOCIATED PRESS
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  • Die Überfahrt über das Mittelmeer ist für Flüchtlinge so gefährlich wie nie zuvor
  • Jeder 85. stirbt bei der Flucht über das Meer
  • Skrupellose Schleuser haben die Flucht riskanter gemacht

Eine Flucht über das Mittelmeer ist so gefährlich wie nie geworden. Das zeigen Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Darüber berichtet die Tageszeitung "Die Welt".

"Unsere Daten legen nahe, dass es im Jahr 2016 unsicherer für Flüchtlinge geworden ist", sagte Frank Laczko, Leiter des IOM-Datenzentrums, dem europäischen Zeitungsnetzwerk LENA (Leading European Newspapers), dem die "Welt" angehört.

Jeder 85. Migrant hat demnach die Fahrt über die See in diesem Jahr nicht überlebt. Im vergangenen Jahr traf es noch jeden 276. Migranten.

Der Tod von Flüchtlingen wird meist nicht untersucht

Die Zahlen sind Ergebnisse eines Projekts von IOM, der Universität von York und der City University in London, dessen Ergebnisse LENA vorliegen.

Die IOM weist darauf hin, dass unter anderem die Schleuser skrupelloser geworden seien und mehr Menschen auf Boote schickten, die nicht seetüchtig sind. Zudem kämen mehr Migranten aus Ägypten, von wo aus die Überfahrt deutlich gefährlicher sei.

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Für die Studie wurden Angehörige interviewt, die mit auf der Flucht waren oder aber in den Heimatländern zurückgeblieben sind. Die meisten von ihnen hatten zunächst nichts vom Schicksal ihrer Verwandten erfahren.

Die Organisation kritisiert den Umgang mit dem Tod von Flüchtlingen. Das internationale Recht sehe vor, dass jeder Staat dem ungeklärten Tod eines Migranten nachgehen müsse, Identität und die Todesursache müssten ermittelt werden. "Wir haben allerdings festgestellt, dass der Tod von Migranten nicht untersucht wurde", erklärt Robins.

6500 Menschen an nur einem Tag gerettet

Der Report empfiehlt den griechischen Behörden die Einrichtung einer "Humanitären Kommission". Sie soll den Überblick behalten und das Vorgehen von lokalen und nationalen Behörden koordinieren.

Eine solche Institution könnte zu den Familien von verstorbenen oder vermissten Migranten Kontakt aufnehmen und Informationen sammeln, die bei einer späteren Identifizierung helfen könnten.

Erst am gestrigen Montag wurden etwa 6500 Flüchtlinge binnen eines Tages im Mittelmeer aus Seenot gerettet worden. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Montagabend berichtet, wurden sie in 40 Rettungsoperationen, die die italienische Küstenwache koordiniert hat, in Sicherheit gebracht.

Es handele sich dabei um eine der größten Zahlen von Geretteten an einem einzigen Tag. In den vergangenen vier Tagen seien etwa 10.000 Menschen zwischen der libyschen Küste und Italien gerettet worden.

Mit Material der dpa

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(sk)