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Vor 22 Jahren machte diese Krankenschwester betrunken einen Fehler, der das Leben zweier Frauen völlig veränderte

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SOPHIE SERRANO
Ein Fehler einer Krankenschwester stellte das Leben von Manon Serrano auf den Kopf. | Eric Gaillard / Reuters
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Eine Krankenschwester aus dem französischen Cannes machte vor 22 Jahren einen folgenschweren Fehler, der das Leben zweier Familien auf den Kopf stellte.

1994 brachte Sophie Serrano in einer Privatklinik in Cannes ihr Baby zur Welt. Manon, wie sie ihre Tochter nannte, litt an Gelbsucht. Aus diesem Grund legte eine Krankenschwester das Neugeborene in einen Brutkasten.

Zum selben Zeitpunkt kam ein weiteres Mädchen im Krankenhaus zur Welt. Melanie litt ebenfalls an Gelbsucht und lag neben Manon in einem Brutkasten.

Vater zweifelt Vaterschaft von Manon an

Beide Mädchen entwickelten sich gut und überwanden die Gelbsucht, beide Familien verließen schließlich die Klinik mit ihren Töchtern. Zehn Jahre später stellte sich allerdings heraus, dass eine Krankenschwester einen fatalen Fehler begangen hatte: Die beiden Babys waren von ihr vertauscht worden.

Grund für die Aufdeckung der Verwechslung war ein DNA-Test, den Manons Vater veranlasst hatte - das Mädchen wurde in der Schule immer wieder gehänselt, da es keine Ähnlichkeit mit ihrem Vater hatte.

Bei dem Test stellte sich heraus, dass Manons Papa nicht ihr leiblicher Vater war. Aber der Test deckte noch ein weiteres Detail auf: auch Sophie Serrano war nicht die leibliche Mutter der heute 23-Jährigen.

Ein Schadensersatz kann die Verwechslung nicht wieder gut machen

Bei weiteren Nachforschungen konnte die Klinik die Verwechslung aufklären und machte eine Krankenschwester, die nach Angaben des Krankenhauses unter einem Alkoholproblem litt, für den groben Fehler verantwortlich.

Die Eltern erstatteten Anzeige gegen das Krankenhaus und erhielten vor einem Jahr einen Schadenersatz: Manon und Melanie bekamen jeweils 400.000 Euro und jedes Elternteil 300.000 Euro zugesprochen.

Die Familien entschieden sich dazu die Verwechslung nicht rückgängig zu machen, da sich jedes Mädchen in seinem sozialen Umfeld eingelebt habe. "Die Klinik nahm mir meine Unschuld. Meine Träume, meine Hoffnung, meine Wünsche", sagte Manon Serrano der britischen "Daily Mail".

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(juk)