Huffpost Germany

Eine Zahl zeigt die Doppelmoral der Regierung beim Umgang mit Flüchtlingen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ANGELA MERKEL
Angela Merkel dringt bei der Wirtschaft auf eine bessere Integration von Flüchtlingen | ASSOCIATED PRESS
Drucken
  • Die Regierung drängt die Wirtschaft, mehr Flüchtlinge einzustellen
  • Doch die deutschen Behörden gehen selbst nicht mit gutem Beispiel voran

Die Bundesregierung fordert von der Wirtschaft mehr Engagement bei der Integration von Flüchtlingen. Denn nach einer im Juli veröffentlichten Umfrage der "FAZ" haben die Dax-Konzerne bisher nur 54 Flüchtlinge eingestellt.

Doch die Regierung selbst beschäftigt nur fünf Flüchtlinge. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums (BMI) auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, die der "Bild"-Zeitung vorliegt.

Demnach kamen seit Januar 2015 nur fünf Flüchtlinge (zwei Frauen und drei Männer) bei Bundesbehörden in ein "Beschäftigungsverhältnis". Zwölf weitere Flüchtlinge (vier Frauen und acht Männer) begannen bei den Bundesbehörden ein "Ausbildungsverhältnis".

Dazu passend: Job-Boom für Flüchtlinge - diese Region schafft, woran Großkonzerne scheitern

Roland Claus, haushaltspolitischer Sprecher der Linkspartei, sagte der "Bild": "Gemessen an den Vorgaben der Kanzlerin ist das eine Blamage. 'Wir schaffen das' geht anders."

Nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 14. September mit den Chefs mehrerer Konzerne über die Integration von Flüchtlingen reden.

Der Fraktionschef der SPD im Bundestag, Thomas Oppermann, sagte der Zeitung: "Ich erwarte, dass die Vorstände der DAX-Konzerne beim geplanten Treffen mit der Bundeskanzlerin konkrete Zusagen machen."

Eine gute Gesprächsgrundlage wäre sicherlich, wenn die deutschen Behörden da mit einem guten Beispiel vorangehen würden.

Mit Material der dpa

2016-08-30-1472576073-9744954-HUFFPOST.png

Am 31. August ist es ein Jahr her, dass Angela Merkel gesagt hat: “Wir schaffen das.”

Wie haben Flüchtlinge euren Alltag verändert? Was hat die Politik richtig gemacht und wo läuft etwas falsch? Wart ihr vielleicht am Anfang kritisch, aber habt jetzt ein gutes Gefühl? Oder ist es vielleicht genau anders herum?

Nehmt an der Diskussion teil und schickt eure Artikel und Videos an Blog@huffingtonpost.de

Auch auf HuffPost:

Frauke Petrys Ex-Lehrer: Warum ich sie nicht mehr sehen will

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(sk)