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Der wichtige Unterschied zwischen Traurigkeit und Depression

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Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Traurigkeit und Depression | Gettystock
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Denken wir an depressive Menschen, stellen wir uns meistens sehr traurige Menschen vor. Traurigkeit ist auch in der Tat eines der sichtbarsten Symptome von Depressionen, aber bei Weitem nicht das einzige.

So kommt es aber, dass wir die beiden oft verwechseln. Und das kann gravierende Konsequenzen haben.

Depressive sind nicht einfach nur traurig

Denn Menschen, die sich für einfach nur traurig halten, in Wahrheit aber an einer Depression erkrankt sind, werden sich so vielleicht keine professionelle Hilfe suchen. Und Menschen, die wirklich nur eine traurige Phase erleben, werden womöglich überreagieren und sich für klinisch krank halten.

Den genauen Unterschied zwischen Depression und Traurigkeit zu kennen, ist also für alle Beteiligten wichtig. Für Familie und Freunde, damit sie gegebenenfalls helfen oder beruhigen können und natürlich für Betroffene selbst. Denn die müssen sich häufig von Außenstehenden anhöre, sie sollten mal ihre Einstellung ändern, oder öfter lachen.

Ratschläge, die vielleicht gut gemeint sind, die aber völlig verkennen, was den Unterschied zwischen einer Depression und einer Phase von Traurigkeit ausmacht.

Depressionen sind eine Krankheit

Denn Traurigkeit ist zunächst eine ganz normale Emotion - ein Gefühl, dass jeden Menschen mal heimsuchen kann. Traurigkeit kann durch ein besonderes Ereignis - wie ein Verlust-Erlebnis - ausgelöst werden, aber es kann manchmal auch durch Ängste und Verstimmungen entstehen.

Dann fühlen wir uns niedergeschlagen, schlapp und bedrückt. Wir sind traurig - aber das ist eben ganz normal im Leben. Es ist nicht schön, aber es ist auch nichts, was professionell behandelt werden müsste.

Ganz anders eine Depression. Eine Depression ist eine psychische Krankheit, kein Gefühl. Eine Krankheit aber, die große Macht über unsere Gefühle hat. Anders als Traurigkeit, gibt es für eine Depression auch oft keinen offensichtlichen Auslöser.

Betroffene können ein objektiv völlig intaktes Leben führen und trotzdem schwer depressiv sein. Eine Depression betrifft zudem alle Aspekte des Lebens. Darauf ist schon der Name ein Hinweis. "Deprimere", das lateinische Wort, bedeutet "niederdrücken". Und eine Depression führt eben genau dazu: Sie drückt das ganze Leben nieder.

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Um sie also besser von der Traurigkeit unterscheiden zu können, sollte man sich folgende Symptome einer klinischen Depression vor Augen führen. Erst wenn mehrere dieser Punkte auf einen Betroffenen zutreffen, sollte derjenige sich an einen Arzt oder Psychologen wenden:

Keine Energie

Betroffene können selbst für alltägliche Aufgaben keine Energie mehr aufbringen. Sei es den Müll herauszubringen, oder auch nur den Fernseher auszuschalten. Depressionen sind Energieräuber - jede noch so kleine Aufgabe kann zur übergroßen Anstrengung werden.

Konzentrationsschwierigkeiten

Fehlende Energie geht aber auch mit Konzentrationsschwierigkeiten einher. Tätigkeiten, die vor der Erkrankung keine Probleme darstellten, können auf einmal nicht mehr ausgeführt werden.

Selbstzweifel

Fehlende Energie und Konzentrationsschwäche führt aber auch dazu, dass Betroffene starke Selbstzweifel bekommen. Sie sehen sich nicht mehr in der Lage, zu "funktionieren". Ein Teufelskreis, denn ohne Energie kommt man aus dieser Spirale nicht heraus.

Schuldgefühle

Starke Selbstzweifel führen auch oft zu Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen.

Gefühl der Leere

Dieses Symptom wird in der Tat oft mit Traurigkeit verwechselt. Aber die innere Leere, die Depressive betrifft, ist weitaus zentraler. Es ist ein Gefühl der völligen Niedergeschlagenheit - Mut und Hoffnungslosigkeit machen sich breit.

Betroffene können sich nicht vorstellen, jemals wieder Freude empfinden zu können. Selbst Dinge, die ihnen vor der Erkrankung große Freude bereitet haben, bedeuten ihnen nichts mehr.

Ängste

Ängste und Angstgefühle nehmen ganz unterschiedliche Formen an. Sie können so stark werden, dass Selbstmordgedanken auftauchen.

Körperliche Symptome

Schlafstörungen, Druckgefühle im Brustraum, Übelkeit, Appetitverlust oder -steigerung, Libidoverlust, Lethargie. Die körperlichen Symptome einer Depression sind vielfältig, doch haben eines gemeinsam: Es liegt keine körperliche Ursache zugrunde. Sie können jedoch so stark sein, dass bei einem Arztbesuch zunächst gar nicht an die Möglichkeit einer Depression gedacht wird. Daher ist es wichtig, auch die anderen möglichen Symptome zu prüfen.

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(glm)